ZDF-Politbarometer
SPD und Union fast gleich stark

Gut zehn Wochen vor der Bundestagswahl im September hat sich der Abstand zwischen Union und SPD weiter verringert. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer liegen CDU/CSU mit 41 Prozent nur noch knapp vor der SPD mit 40 Prozent.

mil/dpa MAINZ. Die Union verbesserte sich zwar um einen Punkt im Vergleich zur Erhebung von vor zwei Wochen, die SPD legte aber um zwei Punkte zu. Die Grünen kamen auf 7 Prozent (minus eins). Die FDP bleibt bei 8 Prozent. Die PDS sackt auf 3 Prozent (minus eins).

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, dann würde durch längerfristige Überzeugungen und auch taktische Überlegungen ein etwas anderes Ergebnis zustande kommen. In der Projektion gewinnen die großen Parteien zu Lasten der kleineren: SPD 37 Prozent (+1), B'90/Grüne 6 Prozent (-1), CDU/CSU 40 Prozent (+1), FDP 8 Prozent (-1), die PDS unverändert 5 Prozent, die anderen Parteien ebenfalls unverändert 4 Prozent. Damit gäbe es weiterhin weder für eine schwarz-gelbe noch für eine rot-grüne Koalition eine parlamentarische Mehrheit.

Auf die Frage, was für die Deutschen wichtiger ist, welche Parteien nach der Wahl zusammen die Regierung bilden werden oder wer Bundeskanzler wird, fällt das Urteil ganz eindeutig aus: Lediglich 25 Prozent halten es für wichtiger, wer Kanzler wird, aber 64 Prozent meinen, es ist entscheidend, welche Parteien nach der Wahl eine Regierungskoalition bilden.

Schröder vorn

Wenig Veränderung bei der Kanzlerfrage: "Wen hätten Sie lieber als Bundeskanzler?" Hier hat sich der Vorsprung von Gerhard Schröder (54 Prozent) auf Edmund Stoiber (38 Prozent) um einen Prozentpunkt verringert.

Unter die Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland, die alle drei Monate durch die Befragten neu zusammengestellt wird, ist erstmals wieder Lothar Späth gekommen, während Rudolf Scharping nicht mehr vertreten ist. Von den zehn wichtigsten Politikern erhält Joschka Fischer weiterhin die besten Noten. Gleich auf Platz zwei kommt Lothar Späth und verdrängt damit Gerhard Schröder auf Platz 3. Danach folgen ebenfalls mit leichten Verlusten Angela Merkel und Otto Schily. Unverändert hingegen liegt Edmund Stoiber vor Hans Eichel. Es folgen Renate Künast, Guido Westerwelle und Schlusslicht Gregor Gysi.

Vorschläge der Hartz-Kommission

70 Prozent geben an, von den Vorschlägen der Hartz-Kommission schon einmal etwas gehört zu haben. Lediglich 27 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass diese Vorschläge einen wirksamen Beitrag zur Verringerung der Arbeitslosigkeit leisten können, 32 Prozent glauben das nicht, und neben den 30 Prozent, die von den Vorschlägen noch nichts gehört haben, haben dazu weitere 11 Prozent keine Meinung. Auch innerhalb der verschiedenen Parteianhängergruppen sind die Erwartungen nicht sonderlich hoch: Für wirksam halten diese Vorschläge bei den Anhängern der SPD: 37 Prozent, CDU/CSU: 24 Prozent, FDP: 30 Prozent, Grüne: 33 Prozent, PDS: 7 Prozent.

Die Umfragen zum Politbarometer wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 8. bis 11. Juli 2002 unter 1.031 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 3,0 Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,6 Prozentpunkte.

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