ZDF-Politbarometer
Weiterhin stabile Mehrheit für Schwarz-Gelb

Rund sechs Wochen vor der Bundestagswahl liegt Schwarz-Gelb in der Wählergunst weiterhin deutlich vor Rot-Grün.

dpa/HB BERLIN. Nach der neuesten Umfrage des ZDF-Politbarometers entschieden Union und FDP wie schon vor zwei Wochen die so genannte Sonntagsfrage für sich. Die SPD konnte sich dagegen in der politischen Stimmung von ihrem Tief etwas erholen. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) legte im Vergleich zu seinem Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) wieder zu. Die Affäre um die Lufthansa-Bonusmeilen hat die Wähler offensichtlich kaum beeindruckt: 61 Prozent halten das Thema für eher unwichtig.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden sich 41 Prozent der Wähler für die Union und 9 Prozent für die FDP entscheiden, teilte das ZDF am Freitag mit. Das entspreche den Ergebnissen von vor zwei Wochen. Auch bei der SPD, den Grünen und der PDS blieben die Werte mit 36, 6 und 5 Prozent unverändert.

Blieben bei der "Sonntagsfrage" die Werte konstant, so konnte sich die SPD laut Politbarometer in der politischen Stimmung etwas erholen. Sie gewann zwei Punkte hinzu und liegt nun bei 37 Prozent. Bei der Frage "Wen hätten Sie lieber als Bundeskanzler?" entschieden sich 50 Prozent für Schröder - zwei Punkte mehr als vor zwei Wochen. Herausforderer Stoiber verlor dagegen drei Punkte und kam auf 38 Prozent. Auch in der politischen Stimmung musste die Union einen Punkt abgeben und liegt jetzt bei 42 Prozent. Bündnis90/Grüne bleiben bei 7 Prozent. Die FDP geht leicht zurück von 10 auf 9 Prozent, die PDS klettert von 3 auf 4 Prozent.

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker wird weiter von Außenminister Joschka Fischer (Grüne) angeführt. Auf der Skala von +5 bis-5 kommt er auf den Wert 1,9 (vor zwei Wochen 1,8). Der Schatten-Wirtschaftsminister im Kabinett Stoiber, Lothar Späth (CDU), bleibt unverändert bei 1,6, Kanzler Schröder erreicht 1,3 (1,1). Auf den Plätzen landeten: CDU-Parteichefin Angela Merkel und Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) mit jeweils 1 (vor zwei Wochen 1,1 beziehungsweise 0,9) sowie Kanzlerkandidat Stoiber und Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) mit unverändert 0,7.

80 Prozent der Wähler sind laut Politbarometer der Meinung, dass es genügt, wenn die in die Bonusmeilen-Affäre verwickelten Politiker die eingesparten Beträge zurückzahlen. Lediglich 17 Prozent meinen, die betroffenen Politiker sollten von ihren Ämtern zurücktreten. Auf die Frage, ob sich Deutschland an einem eventuellen Krieg gegen den Irak militärisch beteiligen soll, antworteten 15 Prozent mit "ja". 81 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Ein klare Wechselstimmung können die Meinungsforscher derzeit nicht ausmachen. Auf die Frage "Wäre es an der Zeit, dass im Bund andere Parteien an die Regierung kommen?" sagten 46 Prozent "ja", 47 Prozent antworteten mit "nein". Im August vor vier Jahren waren 68 Prozent für einen Wechsel, 29 Prozent dagegen.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 5. bis 8. August 1106 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wird bei den großen Parteien mit 2,8 und bei den kleineren mit rund 1,5 Prozentpunkten angegeben.

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