ZDF sieht keinen großen Korrekturbedarf
Runder Tisch diskutiert Fernsehgewalt

Der zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und den Sendern vereinbarte Runde Tisch soll einen Kodex für den künftigen Umgang mit Gewaltdarstellungen vorlegen.

WiWo/ap BERLIN. Spitzenvertreter von ZDF und ARD machten am Freitag in Interviews deutlich, dass sie bei ihren Sendern keine großen Korrekturen für notwendig halten. ZDF-Intendant Markus Schächter sagte im Morgenmagazin des Senders, das ZDF werde einen solchen Konsens vorlegen, der mit den Fernseh- und Videoanbietern diskutiert werden solle. Angesichts der Ereignisse in Erfurt solle es "keine Schuld- oder Frontdiskussion" geben. Aber zur Tagesordnung könne man nicht einfach übergehen. Das ZDF habe gründliche Erfahrungen beim Jugendschutz gemacht und aus den Gewaltdiskussionen so viel gelernt, "dass wir hier keinen großen Korrekturbedarf haben". In der nächsten Runde beim Bundeskanzler solle es vorrangig um die Konsequenzen für junge Zuschauer im Hinblick auf das Zusammenwirken von Internet und Video gehen, sagte Schächter.

ARD-Programmdirektor Günther Struve sagte im Berliner Sender Radio Eins, es habe beim Mediengipfel am Vorabend "im Großen und Ganzen" Konsens geherrscht, einen Kodex zu erstellen. Struve verwies darauf, dass es weder im Internet noch bei Videospielen Kontrollmechanismen wie in den Medien gebe. Das Fernsehen wolle aber nicht ins Internet eingreifen. Gewaltdarstellungen seien in der ARD immer dramaturgisch begründet und die Konsequenzen würden stets aufgezeigt. Einen Verzicht auf Gewaltdarstellungen könne es nicht geben. "Man kann ja Gewalt, die gesellschaftlich besteht, nicht ausblenden", sagte Stuve.

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