ZDH-Präsident kritisiert Erbschaftsteuer
Handwerk korrigiert Wachstumserwartung nach unten

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum von unter 1 %. Damit wurden die Prognosen deutlich nach unten korrigiert. Folglich sei nicht mit einer Zunahme der Arbeitsplätze im Handwerk zu rechnen, sagte ZDH-Präsident Dieter Philipp.

ddp BERLIN. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erwartet für das laufende Jahr ein deutlich geringeres Wachstum als bislang angenommen. Angesichts der derzeitigen Konjunkturentwicklung müsse die ohnehin vorsichtige Wachstumsschätzung für das Handwerk von 1,5 % noch einmal nach unten korrigiert werden, auf "voraussichtlich unter einem Prozent", sagte ZDH-Präsident Dieter Philipp am Dienstag in Berlin. Folglich sei auch nicht mit einer Zunahme der Arbeitsplätze im Handwerk zu rechnen. Bei der Beschäftigungsentwicklung werde es bestenfalls eine "rote bis schwarze Null" geben, sagte Philipp.

Der ZDH-Präsident forderte zugleich eine Begrenzung des Arbeitslosengelds auf maximal 12 Monate sowie die Abschaffung des Rechts auf Altersteilzeit. Im Gegenzug sollten die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um einen Prozentpunkt auf 5,5 % gesenkt werden. Außerdem müsse die Qualifizierung älterer Arbeitnehmer ab 50 Jahren befristet gefördert werden.

Phillip begrüßt Abkehr von Frühverrentung

Philipp begrüßte in diesem Zusammenhang, dass sich beim jüngsten Treffen des Bündnisses für Arbeit die "Abkehr vom Irrweg der Frühverrentung" habe durchsetzen können. Allerdings könne die dafür notwendige Qualifizierung der Arbeitnehmer nur bei großen Unternehmen nach dem Prinzip der "Job-Rotation" erfolgen. Für die kleinen und mittleren Betriebe im Handwerk sei der bürokratische Aufwand zu hoch. Es sei außerdem kaum vorstellbar, dass für die wenigen Wochen, in denen ein Arbeitnehmer sich weiterbilde, ein geeigneter Ersatz für ihn auf dem Arbeitsmarkt zu finden sei. Dafür bestehe ein zu großer Fachkräftemangel. Die im Bündnis vereinbarte Flexibilisierung der Arbeitszeit müsse deshalb die Einrichtung von Arbeitszeitkonten zum Ziel haben, sagte der ZDH-Präsident. Die dort angesparte Mehrarbeit könne der Arbeitnehmer dann in seine Qualifizierung investieren, zugunsten einer privaten Altersvorsorge einsetzen oder zum Freizeitausgleich nutzen.

Die geplanten Änderungen bei der Erbschaftsteuer kritisierte Philipp. Aus Sicht des Handwerks sei die Abgrenzung von Betriebs- und Privatvermögen bei den Plänen unzureichend. Dies gefährde die Betriebsübergabe in vielen Fällen "massiv", wenn aufgrund der zugleich privaten wie betrieblichen Nutzung eines Grundstücks Freibeträge wegfielen.

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