ZDH rechnet mit Abbau von rund 120 000 Jobs im Gesamtjahr
Stellenabbau und Umsatzrückgang im Handwerk

Das Handwerk hat die Konjunkturabkühlung deutlich zu spüren bekommen. Im ersten Quartal sank die Beschäftigtenzahl um vier Prozent, die Umsätze verringerten sich um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

ap WIESBADEN. Am stärksten betroffen war das Bau- und Ausbaugewerbe, dort ging die Zahl der Beschäftigten um 8,3 und der Umsatz um 9,5 Prozent zurück. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks korrigierte seine Prognose für 2001 nach unten und erwartet einen Abbau von insgesamt rund 120 000 Stellen.

Beschäftigungsrückgänge gab es den Statistikern zufolge auch in allen übrigen Gewerbegruppen des Handwerks. Besonders hoch war der Jobabbau im Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe mit 5,3 Prozent. Im Gewerbe für Gesundheits- und Körperpflege sowie in der Reinigungsbranche ging die Beschäftigtenzahl mit 0,6 Prozent dagegen nur leicht zurück.

Nur zwei der sieben Gewerbegruppen des Handwerks erzielten einen höheren Umsatz als im Vorjahresquartal. Im Bereich Gesundheits- und Körperpflege und Reinigung nahm der Umsatz um 4,6 Prozent zu und im Bereich Glas-, Papier-, keramische und sonstige Gewerbe um 1,2 Prozent.

Entgegen den Prognosen sei die Binnenkonjunktur in Deutschland nicht angesprungen, erklärte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer in Berlin. Die positiven Effekte der Steuerreform würden durch die gestiegenen Energiepreise und die Inflation aufgezehrt.

Angesichts der negativen Entwicklung im ersten Quartal und der schlechten Vorzeichen für den weiteren Jahresverlauf müsse das Handwerk seine bisherige Prognose für 2001 nach unten korrigieren. Die Wachstumslücke zwischen Gesamtwirtschaft und Handwerk werde sich nicht verringern. "Wir hoffen insgesamt auf stabile Umsätze (schwarze Null), müssen dabei jedoch derzeit von einem Personalabbau von rund 120 000 Mitarbeitern ausgehen, hervorgerufen durch die krisenhafte Entwicklung im Bau- und Ausbau- und Kraftfahrzeughandwerk." Die Bundesregierung müsse die Ergebnisse des ersten Quartals als ein Warnsignal werten und "endlich einen substanziellen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik einleiten", forderte der ZDH.

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