Zehn Boote in den Finals am Freitag und Samstag
Bei den Kanuten winkt Gold

Für die deutschen Kanuten läuft es blendend bei den Olympischen Spielen. Zehn Boote haben die Endläufe erreicht. Sorgen bereitet noch der Gesundheitszustand von Carolin Leonhardt, die gleich in zwei Booten mit Goldhoffnung sitzt.

HB ATHEN. Die von Leitfigur Birgit Fischer geführte deutsche Kanu-Flotte paddelt in Schinias weiter auf Goldkurs. Hochstimmung am dritten Wettkampftag verbreitete Björn Goldschmidt, der im Kajak- Einer über 1000 m das zehnte deutsche Boot in die Finals brachte. Eine gute Nachricht überbrachte auch Teamarzt Wolfgang Dillmann mit dem medizinischen Bulletin, wonach sich der Gesundheitszustand von Birgit Fischers Zweier- und Vierer-Partnerin Carolin Leonhardt nicht weiter verschlechtert hat. "Es gibt noch keine Entwarnung, aber die Lage hat sich etwas entspannt", meinte er.

Die 19-jährige Mannheimerin laboriert an einer Kehlkopfentzündung, nimmt auch weiter Antibiotika und andere Medikamente, konnte aber am Mittwoch um 10.00 Uhr schon wieder trainieren. Im Olympischen Dorf bewohnt sie ab sofort ein Einzelzimmer, um nicht noch jemanden anzustecken. Als die drei Vierer-Partnerinnen gegen Mittag ihre zweite Einheit absolvierten, war die Jüngste schon wieder auf dem Weg ins Dorf.

Am Abend zuvor durfte "Caro" nicht wie geplant mit zum Handballspiel der Deutschen gegen Spanien und zog sich ins Bett zurück. "Sie war einsichtig, vor allem als Birgit mit ihr gesprochen hat. Die alte Dame hat die Zügel in der Hand", berichtete Teamchef Josef Capousek. "Carolin ist zu freizügig mit ihrem Körper umgegangen. Ohne T-Shirt im Kraftraum bei diesen Klima-Anlagen, das hat sie nicht richtig eingeschätzt", äußerte Vierer-Kollegin Katrin Wagner leichte Kritik.

Zuversicht herrschte im deutschen Zelt nach dem Auftritt von Goldschmidt. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Er war unser Problemkind", meinte Capousek. Der 24-jährige Karlsruher hatte im 1000-m-Halbfinale Platz zwei hinter 500-m-Weltmeister Nathan Baggely (Australien) belegt. Damit ist die deutsche Flotte weiter vollzählig vertreten und hat bereits nach drei Tagen die Zwischen-Bilanz von Sydney erreicht, wo gleichfalls zehn Boote im Medaillenkampf standen.

Am Donnerstag haben mit Katrin Wagner (Potsdam) und Lutz Altepost (Essen) in den 500-m-Halbfinals gleichfalls noch zwei Athleten im Kajak-Einer die Chance, in die Endläufe einzuziehen. "Die Wellen und der Wind haben mir ein wenig zugesetzt. Aber ich bin froh, mein Ziel erreicht zu haben", meinte Björn Goldschmidt. "Jetzt will ich eine Medaille, aber es wird schwer. Es gibt vier Typen, die fahren weit vorn, keiner weiß, wie die das machen", sagte der Olympia-Neuling.

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