Zehn Jahre nach Tokio
Grit Breuer greift wieder nach Edelmetall

Zehn Jahre nach dem silbernen Debüt in Tokio greift Grit Breuer erneut nach einer WM-Medaille über 400 m. Die Magdeburgerin hat mit der zweitschnellsten Zeit in diesem Jahr derart überzeugt, dass sie sogar als Favoritin auf den Titel gehandelt wird.

dpa EDMONTON. Doch davon will die Doppel-Europameisterin vor ihrem ersten Auftritt im Vorlauf am Samstag nichts wissen. «Ich wollte mich in dieser Saison zurückmelden und 2002 wieder richtig angreifen. An diesem Ziel hat sich nichts geändert», stapelt die 29-Jährige bewusst tief.

Die nackten Zahlen sprechen eindrucksvoll für die Magdeburgerin. In 49,78 Sekunden hat Grit Breuer bei den deutschen Meisterschaften in Stuttgart die Stadionrunde absolviert. Außer ihr ist nur Katharine Merry in der WM-Saison unter 50 Sekunden geblieben - doch die Britin fehlt verletzt in Edmonton. «Die WM wird trotzdem spannend, denn es sind einige Läuferinnen dabei, die unter dieser Marke bleiben können. Außerdem habe ich genug Erfahrung, um zu wissen, was bei einem solchen Turnier alles passieren kann», weist die Magdeburgerin die Favoriten-Rolle weit von sich.

Dennoch geht sie optimistisch und selbstbewusst an die Aufgabe heran. Nach einer intensiven Vorbereitung in der Heimat ist sie erst am Samstag im Trainingslager in Calgary angereist und hat dort die kurzfristige Anpassung gut bewältigt. Im Vorlauf möchte sie noch Kräfte schonen, denn «das Halbfinale wird schon sehr schwer, weil sich nur die ersten Zwei für den Endlauf qualifizieren.»

Für Grit Breuer spricht auch die Tatsache, dass sie unbeschwert an den Start gehen kann. Nach den zwei Operationen im Olympia-Jahr hätte kaum jemand - auch sie selbst nicht - eine solch schnelle Rückkehr in die Weltspitze für möglich gehalten. «Das Comeback ist mir eindrucksvoll gelungen. Die WM ist nur das Kompott», meinte die Staffel-Weltmeisterin von 1997.

Der Gold-Lauf von Athen war die Initialzündung für den Beginn der zweiten Karriere nach der wegen Medikamentenmissbrauchs durch den Weltverband IAAF verhängten zweijährigen Dopingsperre. Dieses Thema wird Grit Breuer nach den Titelkämpfen wahrscheinlich noch einmal beschäftigen. Eine Schadensersatzklage gegen die IAAF, wie sie Katrin Krabbe erfolgreich geführt hat, ist nicht ausgeschlossen. «Ich verliere das nicht aus den Augen», meinte Breuer, die alle Möglichkeiten prüfen will. Zunächst gilt ihre volle Aufmerksamkeit aber den Titelkämpfen in Kanada. Denn eine Medaille möchte Grit Breuer dort auf jeden Fall gewinnen - auch wenn sie es öffentlich nicht sagt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%