Zehn Kölner in Verlängerung besiegt
Bayer Leverkusen mit Glück ins Finale

Bayer 04 Leverkusen tanzt weiter auf drei Hochzeiten und ist nur noch einen Schritt vom ersten Titel entfernt. Neun Jahre nach dem bisher einzigen Triumph im DFB-Pokal zog der Bundesliga-Spitzenreiter am Dienstag durch einen allerdings glücklichen und erst in der Verlängerung erzwungenen 3:1-Erfolg über den rheinischen Rivalen 1. FC Köln erneut ins Endspiel ein.

dpa LEVERKUSEN. Der Bundesliga-Letzte zeigte dabei vor 22 500 Zuschauern in der BayArena eine tolle Moral, steckte erst den Rückstand durch ein Eigentor des Schweizers Marc Zellweger (61.) und dann auch die Rote Karte für Georgi Donkow (76./Tätlichkeit) weg. Der Kameruner Rigobert Song erzwang mit seinem Treffer in der 90. Minute die Verlängerung, in der dann die Gastgeber ihre zahlenmäßige Überlegenheit durch Boris Zivkovic (100.) und Bernd Schneider (114.) in die Siegtore ummünzten. Der Endspiel-Gegner am 11. Mai im Berliner Olympiastadion wird am (morgigen) Mittwoch im Klassiker zwischen Pokal-Verteidiger FC Schalke 04 und Weltpokalsieger FC Bayern München ermittelt.

So turbulent und emotional die Partie auch zu Ende ging, über weite Strecken erfüllte das Derby nicht die Erwartungen. Die von Trainer Friedhelm Funkel überaus defensiv eingestellten Kölner machten geschickt die Räume eng, zerstörten beherzt das Spiel der Leverkusener, die dem Bollwerk ideenlos begegneten. Viel zu statisch und pomadig agierten die Hausherren über weite Strecken. Nie - auch nicht in Überzahl - gelang es ihnen, den Kontrahenten ernsthaft unter Druck zu setzen.

Bezeichnenderweise für das Kräfteverhältnis resultierten die einzig beiden nennenswerten Torszenen im ersten Durchgang aus Standardsituationen. Nach einem von Ballack per Kopf verlängerten Eckball brachte zunächst Carsten Ramelow den Ball nicht über die Torlinie (14.). Und in der 43. Minute produzierte FC-Kapitän Thomas Cichon beinahe ein Eigentor, als er eine Freistoßflanke von Ze Roberto an die eigene Latte köpfte. Ansonsten bestimmte viel Leerlauf das Geschehen. So geschickt die Kölner auch verteidigten, so armselig waren ihre Konterbemühungen.

Mit der Hereinnahme von Yildiray Bastürk für Zoltan Sebescen reagierte Toppmöller zur Pause auf das spielerische Armutszeugnis seines Mittelfeldes. Es bedurfte aber der engagierten Kölner Mithilfe, bis nach einer Stunde das erlösende Führungstor fiel. Zellweger grätschte in Stürmermanier in eine Hereingabe von Oliver Neuville und ließ seinem eigenen Torhüter Markus Pröll keine Abwehrchance.

Die Leverkusener wurden durch den Treffer nicht sicherer, die Kölner aber frecher. In der 70. Minute bot sich dem eingewechselten Markus Kurz die große Chance zum Ausgleich, er scheiterte aber frei vor Butt. In der 76. Minute erwies dann der Bulgare Donkow seinen Kollegen einen Bärendienst: Zehn Minuten nach seiner Einwechslung trat er während einer Spielunterbrechung Ballack in die Wade und flog folgerichtig vom Platz. Dennoch gaben sich die Kölner nicht geschlagen und erwangen durch Song im Anschluss an einen Eckball die Verlängerung.

Erst von da an ging es in der BayArena richtig rund mit Chancen auf beiden Seiten. Die größte für Köln vergab der eingewechselte Lilian Laslandes (93.), auf der Gegenseite schoss Ballack (96.) ebenfalls neben das Tor. Zivkovic gelang jedoch mit einem beherzten Linksschuss das 2:1. Und nach einem Patzer von Cullmann, der den Ball an der Mittelinie an Schneider verlor, schloss der Nationalspieler zum 3:1 ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%