Zehn Menschen enthauptet
Nach Gefecht mit Abu Sayyaf 13 Geiseln frei

Die von den moslemischen Abu-Sayyaf-Rebellen auf der Insel Basilan festgehaltenen Geiseln sind nach Angaben des Militärs wieder frei. Die Rebellen seien nach einem Gefecht mit den Soldaten geflüchtet und hätten die restlichen 13 Geiseln zurückgelassen, teilte ein philippinischer Militärsprecher am Sonntag mit.

Reuters ZAMBOANGA. Die Geiseln, darunter mehrere kleine Kinder, gehörten zu einer Gruppe von 36 Dorfbewohnern, die von den Moslem-Rebellen am Donnerstag aus der Ortschaft Lamitan verschleppt worden waren. Die Rebellen hatten nach Militärangaben zuvor zehn ihrer Geiseln getötet und enthauptet. Die anderen seien freigelassen worden oder hätten fliehen können. Die Rebellen-Organisation hat aber noch mindestens zwei amerikanische und 19 philippinische Geiseln anderswo in ihrer Gewalt, die vor mehreren Wochen aus einem Hotel auf der Insel Palawan und auf Basilan verschleppt worden waren.

Ein Militärsprecher sagte am Sonntag, es habe ein heftiges Gefecht mit den Rebellen in der Nähe von Lamintan gegeben, wodurch die Entführer gezwungen gewesen seien, ihre restlichen Geiseln freizugeben. Die Rebellen hatten nach dem Überfall auf die Ortschaft Lamintan gefordert, die Regierung solle sofort die Offensive gegen die Moslem-Rebellen einstellen, andernfalls würden alle von ihnen entführten Dorfbewohner umgebracht. Bis Samstag wurden nach Angaben der Armee die Leichen von zehn Geiseln gefunden, denen die Köpfe abgeschnitten worden waren.

Unmenschliche Methoden

Die philippinische Zeitung "Manila Standard" berichtete, unter den befreiten Geiseln sei eine junge Mutter, die während ihrer Geiselhaft von den Rebellen vor den Augen ihrer kleinen Kinder vergewaltigt worden sei. "Diese Abu-Sayyaf sind Banditen vom Scheitel bis zur Sohle, das sind keine menschlichen Wesen mehr, das sind Hunde", sagte der moslemische Provinzgouverneur von Basilan, Wahab Akbar. Die Geiseln berichteten, die Rebellen hätten sie drei Tage und drei Nächte lang durch den Urwald getrieben. Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren berichteten, wie ein Gefangener versucht habe, an die Waffen der Rebellen zu kommen. Die Geisel habe eine Lösung der Handfesseln verlangt, um essen zu können. Dann habe er nach einem Gewehr der Rebellen gegriffen. Die Rebellen hätten den Mann daraufhin niedergeschossen und mit ihren Macheten zerhackt.

Nach eigener Darstellung kämpfen die Abu-Sayyaf-Rebellen für einen eigenen, unabhängigen Moslemstaat im Süden der überwiegend katholisch geprägten Philippinen.

Ostern vergangenen Jahres hatten Rebellen der Abu Sayyaf ("Vater des Schwerts") westliche Urlauber aus Malaysia auf die Philippinen-Insel Jolo verschleppt und dort wochenlang festgehalten, darunter die deutsche Familie Wallert. Unter den Geiseln, die noch immer von ihnen festgehalten werden, befindet sich unter anderem ein amerikanisches Missionars-Ehepaar. Die USA haben Lösegeldzahlungen an die Rebellen abgelehnt. Auch die phillipinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verfolgt bislang einen harten Kurs. Die Regierung werde sich von den Banditen nicht erpressen lassen, erklärte Arroyo.

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