Zehn Millionen Giro- und Sparkonten werden bevorzugt
Deutsche Post will Postbank-Kunden beim Börsengang bevorzugen

Berlin, 28. Juli (AFP) - Bei ihrem Börsengang im November will die Deutsche Post Kunden ihres Tochterunternehmens Postbank bevorzugen. Die Inhaber der rund zehn Millionen Giro- und Sparkonten sollten Sonderrechte erhalten, wenn sie so genannte P-Aktien zeichneten, sagte Postchef Klaus Zumwinkel der Tageszeitung "Die Welt" vom Freitag, ohne Einzelheiten zu nennen. Die rund 250.000 Mitarbeiter der Post sollen demnach bisher einmalige Vorteile geboten bekommen, wenn sie sich an ihrem Konzern beteiligen wollen, darunter zinslose Darlehen bei der Postbank. Dieses Sonderprogramm für die Belegschaft werde jenes der Deutschen Telekom "bei Weitem übersteigen", betonte Zumwinkel.

In den Streitfällen vor der EU-Kommission um mögliche unerlaubte Beihilfen des Bundes und Wetbewerbsbehinderungen durch die Post steckt Zumwinkel zufolge ein finanzielles Risiko von höchstens 500 Millionen Mark (gut 255 Millionen Euro). Das Unternehmen orientiere sich an einem Beihilfeverfahren gegen die französische Fluglinie Air France, das gegen Zahlung von 445 Millionen Mark beendet worden war, sagte der Postchef. Allerdings gehe der Post-Vorstand im aktuellen Fall von einer deutlich niedrigeren Summe aus.

Der Post-Vorstandsvorsitzende bestätigte den 6. November als "Arbeitstermin" für den Börsenstart des bisherigen Staatskonzerns. Die Post werde in jedem Fall im November starten; der Startzeitpunkt sei nicht mehr von dem ebenfalls für Herbst geplanten Börsengang der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobil abhängig, betonte Zumwinkel gegenüber der "Welt". Dies sei so mit dem Bund als bisherigem Alleineigentümer vereinbart. In der Vergangenheit hatte es stets geheißen, zwischen den Börsengängen von T-Mobil und Post sollten etwa vier Wochen liegen. Der Staat soll eine Mehrheit behalten, aber mindestens 25 Prozent der Post an den Aktienmarkt bringen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%