Zehn Prozent der Aktien
Anlageberater ISS empfiehlt HP-Compaq-Fusion

Die US-Anlageberatungsfirma Institutional Shareholder Services (ISS) hat den Aktionären am Dienstag die Unterstützung der geplanten Fusion der US-Computerkonzerne Hewlett-Packard und Compaq empfohlen.

Reuters SAN FRANCISCO. Durch diese Empfehlung könnte eine wichtige Vorentscheidung für die am 19. und 20. März anstehenden Aktionärsversammlungen beider Unternehmen gefallen sein. Nach Einschätzung von Analysten dürfte von der Bewertung durch ISS ein Signal für das Votum der Anteilseigner ausgehen.

Die ISS berät mehr als 700 Fondsgesellschaften etwa in Abstimmungsfragen zu künftigen Fusionen. Experten gehen davon aus, dass geschätzte zehn Prozent der HP-Aktien unter der Verwaltung von Fondsgesellschaften stehen. Diese dürften sich der Meinung der ISS zur HP-Compaq-Fusion im Wert von rund 22 Milliarden Dollar anschließen. Während Compaq-Finanzchef Jeff Clarke die ISS-Empfehlung als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Fusion begrüßte, kam von HP Kritik.

HP-Aktien verloren im nachbörslichen Handel auf 20,12 Dollar, nachdem das Papier an der Wall Street mit 20,59 Dollar um 0,19 Prozent fester geschlossen hatte. Dagegen legten Compaq auf 11,20 Dollar zu. Den Börsenhandel hatte das Papier um 0,66 Prozent niedriger mit 10,58 Dollar beendet.

Das Fusionsvorhaben - das größte in der Geschichte der Computerindustrie - ist unter den HP-Anteilseignern umstritten. Mitglieder der Familien Hewlett und Packard, einschließlich der Packard-Stiftung und des Gründer-Sohns Walter Hewlett, die zusammen rund 20 Prozent der Anteile halten, hatten angekündigt, gegen den Zusammenschluss stimmen zu wollen. Walter Hewlett kritisierte die ISS-Entscheidung: Die Beratungsfirma habe bei ihrer Empfehlung die Gefahr unterschätzt, dass beide Unternehmen nicht so problemlos verschmelzen könnten wie geplant, erklärte er.

Compaq-Finanzchef Clarke äußerte sich in einem Reuters-Interview dagegen erfreut über den Beschluss. "Wir sind zuversichtlich. Die ISS-Entscheidung wird für eine bedeutende Anzahl von institutionellen Anlegern eine wichtige Rolle spielen." Die Stimmen hinter dem von Fondsgesellschaften verwalteten HP-Aktienkapital könnten nach Einschätzung von Analysten über den Erfolg der Fusion entscheiden. Viele Gesellschaften hatten zuvor angekündigt, der Empfehlung von ISS großes Gewicht zukommen zu lassen.

Im Falle eines Scheiterns der Fusion gilt das Ausscheiden der HP-Chefin Carly Fiorina unter Investoren als sicher. Fiorina hatte sich auch gegen den Widerstand Walter Hewletts für den Zusammenschluss eingesetzt. HP-Investoren hätten darüber beraten, den ehemaligen HP-Vorstandschef Lew Platt als Übergangs-Chairman zu benennen, falls die Fusion platze und Fiorina abtrete, hatte es am Wochenende von Seiten Walter Hewletts geheißen.

Die Fusionspläne waren bereits Anfang September 2001 angekündigt worden. Seitdem hatte die Entwicklung mehrmals neue Wendungen angenommen - zeitweise hatte die Transaktion sogar schon als gescheitert gegolten. Die HP-Aktien haben seitdem rund 13 Prozent an Wert verloren.

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