Zehn Prozent des Grundkapitals müssen sich anschließen
DSW: Sonderprüfung Optionsgeschäften bei Mobilcom

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wird möglicherweise auf dem Gerichtsweg einen Sonderprüfungsantrag im Zusammenhang mit Aktienoptionsgeschäften bei der Mobilcom AG, Büdelsdorf, beantragen.

vwd HAMBURG. Ein solcher Schritt werde derzeit geprüft, nachdem der Antrag auf der Mobilcom-Hauptversammlung am Donnerstag nicht die notwendige Mehrheit gefunden habe, sagte DSW-Vertreter Dirk Unrau am Freitag in Hamburg auf Anfrage von vwd. Um den Antrag einzureichen, müssten sich zehn Prozent des Grundkapitals dem Vorhaben anschließen.

Auf der Hauptversammlung von Mobilcom am Donnerstag habe der von der DSW gestellte Sonderprüfungsantrag nicht die notwendige Mehrheit gefunden, da die France Telecom SA, Paris, mit ihren Stimmen (28,5 %) gegen den Antrag gestimmt habe, sagte Unrau. Dies habe er selbst wie auch der Vorstandsvorsitzende Gerhard Schmid als "taktisches Geplänkel" empfunden, da von einem Vertreter der France Telecom dieser Antrag zuvor selbst gestellt worden war, später aber unter der Voraussetzung zurückgezogen wurde, dass das Optionsgeschäft innerhalb einer Woche rückabgewickelt wird. Zudem hätten rund zwei Millionen Stimmen von Bankenvertretern sich dagegen ausgesprochen.

"Wir werden jetzt prüfen, ob wir die notwendigen Stimmen doch noch zusammen bekommen", sagte Unrau. Es gehe dabei um die Frage, ob die Leistung und Gegenleistung bei dem Aktienoptionsgeschäft, dass Mobilcom mit der Gesellschaft von Schmids Frau, der Millenium GmbH, getätigt hat, angemessen war. Millenium hatte einen Aufschlag von 68 Mill. ? dafür erhalten, dass für das Optionsprogramm für Händler 3,6 Mill. Mobilcom-Aktien vorgehalten worden waren.

Der Vertrag sei zwar erst am 7. Dezember letzten Jahres geschlossen worden, die erste Tranche sei aber bereits im Juli gezahlt worden, so Unrau weiter. Diese Frage habe auch von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO erstellte Gutachten nicht endgültig geklärt. Auf Grundlage dieses Gutachtens hatte der Aufsichtsrat Schmid gestern eine Verletzung der Sorgfaltspflicht gegenüber der Gesellschaft nachgewiesen. "Man wird sehen müssen, ob Mobilcom durch die Zahlungen keinen Schaden erlitten hat", sagte Unrau weiter. Es sein unklar, ob Millenium das Geld zurückbezahlen könne, auch wenn Schmid sich dafür verbürgt habe. Eine Entscheidung, ob bei Gericht ein Antrag eingereicht wird, solle in den kommenden zwei Wochen fallen.

Schmid selbst wollte sich am Freitag auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Der Aufsichtsrat will in der kommenden Woche erneut zusammen kommen.

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