Zehn-Punkte-Programm der Kultusminister
Neue Bildungsstandards im Visier

Die Kultusminister der Länder arbeiten als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler bei der Pisa-Studie mit Hochdruck an bundesweit geltenden Bildungsstandards.

ddp WÜRZBURG. Bei ihren Beratungen in Würzburg verständigten sie sich auf ein entsprechendes Zehn-Punkte-Programm. Als Ziel wird darin eine "nachhaltige Qualitätssicherung" durch mehr schulische Eigenverantwortung genannt, wie Thüringens Ressortchefin Dagmar Schipanski (CDU) am Freitag als Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) mitteilte.

Insgesamt wollen die Minister mit den neuen Standards an den Schulen die Bildungslatte deutlich höher legen. Kriterium sei dabei das internationale Leistungsniveau, sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Annette Schavan (CDU). Sie betonte: "Wir werden uns nicht auf Mindeststandards beschränken, sondern werden eine neue Qualität erarbeiten müssen." Dies soll länderübergreifend finanziert und von unabhängigen Wissenschaftlern begleitet werden.

Erste Ergebnisse werden im nächsten Jahr aus entsprechenden Fachkommissionen erwartet. Nach den Worten von Schipanski werden auf Länderebene die wissenschaftlichen Bewertungsergebnisse ausgetauscht, um die Qualität nachhaltig zu verbessern. Den Ausbau von Ganztagsschulen bezeichnete sie als "Option" im Rahmen der Bildungsoffensive. Bei den Lehrern setzen die Kultusminister unter anderem auf eine stärkere Praxisorientierung während der Ausbildung.

Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) nannte das Würzburger Zehn-Punkte-Programm einen "ersten Meilenstein für mehr Wettbewerb und Transparenz unter den Ländern". Gleichzeitig erhöhe es die Bildungschancen für alle Kinder in Deutschland. Hohlmeier fügte hinzu: "Für mich ist wesentlich, dass damit ein erster Schritt zum Abbau des Bildungsgefälles in Deutschland unternommen wird."

Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU) sieht den neuen Anforderungen gelassen entgegen. Er verwies darauf, dass der Freistaat und Baden-Württemberg im Deutschland-Vergleich die besten Ergebnisse im Pisa-Bildungstest hatten. Daher habe man sich in die Entscheidungen der Konferenz auch federführend einbringen können.

Die Ganztagsschule kommt in dem KMK-Programm als "weitere Maßnahme für die Verbesserung schulischer Bildung" vor. Schavan warnte jedoch vor zu großen Erwartungen: "Ganztagsschule ist nicht die Antwort, wir dürfen uns nicht auf ein neues Zauberwort stürzen." Es gehe nicht um eine Aneinanderreihung von Schulstunden, sondern um die Kulturrevolution im Unterricht.

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