Zehn Serben getötet
Anschlag auf Bus-Konvoi im Kosovo

dpa PRISTINA. Die Zahl der Todesopfer des Sprengstoffanschlags auf einen serbischen Bus-Konvoi im Kosovo hat sich nach einer offiziellen Untersuchung auf zehn erhöht. Das hätten gerichtsmedizinische Untersuchungen ergeben, sagte die Sprecherin der UN-Verwaltung im Kosovo (UNMIK), Susan Manuel, am Dienstag in Pristina. Die politischen Führer der Kosovo-Albaner verurteilten die Tat unterdessen als "terroristischen Akt".

Am Dienstag besuchte der stellvertretende serbische Ministerpräsident und Chefunterhändler Nebojsa Covic die unter UN - Verwaltung stehende Süd-Provinz Kosovo, wo er mit einem Hubschrauber der Friedenstruppe KFOR Verletzte des Anschlags besuchte. Es war der erste Besuch dieser Art eines Belgrader Regierungsvertreters.



"Wir verstehen, dass Covic von einer vollständigen Kooperation mit KFOR und UNMIK spricht, für eine Lösung in Mitrovica und im ganzen Kosovo", sagte UNMIK-Sprecher Michael Keats in Mitrovica. Es gab aber keine Treffen mit Vertretern der UN-Mission.



Der gemäßigte Albaner-Führer Ibrahim Rugova forderte am Dienstag nach einer Sitzung des Kosovo-Verwaltungsrates ein Ende der Gewalttaten. "Sie beschädigen das Image, die Zukunft und die Unabhängigkeit des Kosovo", erklärte er. Die UN-Mission arbeitete am Dienstag weiter an der Identifizierung der Toten. Dazu wurden in der Serben-Enklave Gracanica bei Pristina auch Fotos von Getöteten gezeigt.



Eine kosovo-albanische Gefangenenhilfsorganisation beklagte in Pristina verschärfte Bedingungen für die in serbischen Gefängnissen inhaftierten Albaner nach der Zuspitzung der Lage. Gefangene seien Racheakten ausgesetzt, Angehörige dürften sie nicht mehr besuchen, zitierten Medien in Pristina den Verband der politischen Gefangenen. Die Organisation arbeitet für die Freilassung von mehreren hundert Albanern, die während der NATO-Luftangriffe festgenommen und verschleppt worden waren.

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