Zehn Tipps für die richtige Strategie
Die Angst vor dem Elfmeter überwinden

Aventis tut es. Eon tut es. Die Deutsche Bank tut es. Deutsche Firmen, europäische und amerikanische, alle tun es: Sie diversifizieren. Krise rufen die Bewahrer, die Moralischen, die Verlierer und Ängstlichen, die Helfer der Opfer und all jene, die ihren Blick auf die negative Seite des Geschehens richten. Chance sagen dagegen die, die selbstsicher und zuversichtlich sind.

Chance unterstreichen all jene, die sich gut vorbereitet fühlen für den Kampf ums Überleben. Aber auch die Gleichgültigen und Rücksichtslosen reagieren so, jene, denen der Sinn weniger nach Verantwortung steht als vielmehr nach eigenem Vorteil.

Was kann man tun, wenn man nicht weiß, was auf die Firma und einen selbst zukommen wird? Zehn Tipps für Nüchterne, die nüchtern bleiben wollen:

  1. Verschaffen Sie sich Klarheit, was passieren kann. Prüfen Sie die Optionen, vor denen Ihre Firma steht und zwar unabhängig davon, ob Ihnen das Ergebnis gefällt. Steht eine Umorganisation an, ein Verkauf oder eine Fusion, eine Übernahme oder eine Zerschlagung? Wer von den Entscheidern wird die Spielregeln bestimmen? Schreiben Sie auf, was warum wahrscheinlich ist.


  2. Werden Sie nicht gleich nervös oder hektisch. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und bleiben Sie so intensiv bei Ihrer Arbeit wie bisher. Es ist wie beim Elfmeterschießen: Wer sich zuerst erkennbar in eine Richtung bewegt, gibt dem Gegner eine gute Chance. Ein Trost: Selbst bei einem verschossenen Elfmeter sind weder das Spiel noch die Saison zu Ende! Ihre Einstellung entscheidet mit über Ihren Erfolg.


  3. Klären Sie ganz präzise: In welchem Fall sind Ihr Bereich und Ihre Position mit welcher Wahrscheinlichkeit betroffen? Schätzen Sie cool ab: Gehören Sie zu den möglichen Gewinnern oder zu den wahrscheinlichen Verlierern? Wie lauten Ihre Optionen?


  4. Wie hoch ist Ihr Marktwert? Wie stark ist Ihr Einfluss im Unternehmen, wie gut können Sie Ihre Zukunft intern oder extern gestalten? Wer Einfluss nehmen kann, ist weniger belastet, als derjenige, der sich nur als Opfer erlebt.


  5. Arbeiten Sie nicht weiter wie bisher. Verdoppeln Sie Ihre Anstrengungen. Fallen Sie auf durch gute Leistung und souveränes Verhalten. Machen Sie Ihren Job, während Sie gleichzeitig Augen und Ohren offen halten, um alle wesentlichen Entwicklungen mitzubekommen.


  6. Besprechen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Familie die anstehenden Veränderungen. Schweigen Sie Risiken und Chancen nicht tot. Bereiten Sie Ihrer Familie keine negativen Überraschungen. Ein Verzicht fällt leichter, wenn Sie nicht alleine stehen. Ein Risiko lässt sich selbstsicherer angehen, wenn Ihre Familie hinter Ihnen steht. Und alle Unsicherheiten lassen sich eher ertragen, wenn Sie darüber reden können. Geben Sie ihrer Familie die Chance, ihre eigenen Interessen einzubringen. Einen Mehrfrontenkrieg sollten Sie sich nicht leisten.


  7. Entwickeln Sie keine Ressentiments, konzentrieren Sie sich vielmehr auf Lösungen. Wer sich an negativen Stimmungen und Klagen, vergeudet Energie. Wehren Sie sich nicht gegen das Unvermeidbare, sondern setzen Sie sich für das Erreichbare ein. Schreiben Sie ihre Alternativen auf, intern wie extern, kurzfristig wie mittelfristig. Und überlegen Sie, wann Sie welche Schritte gehen wollen. Treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen, bevor andere sie für Sie treffen.


  8. Entwickeln Sie in eigener Sache eine Marketingstrategie: Worin liegt Ihr Wert für die Firma? Inwiefern braucht Ihre Firma Sie? Wem gegenüber wollen oder müssen Sie loyal sein? In welcher künftigen Konstellation können Sie noch von Nutzen sein? Wägen Sie ab und treffen sie eine Entscheidung über Ihren Weg, dann, wenn es sinnvoll ist. Aber: Treffen Sie eine Entscheidung!


  9. Stellen Sie sich auf das Schlimmste ein - und versuchen Sie, das Beste zu erreichen. Was wäre die ungünstigste Entwicklung, diejenige, die Ihnen am wenigsten gefallen würde? Stellen Sie sich darauf ein, damit Sie den Rücken frei haben - und richten Sie alle Ihre Kraft darauf, Ihre Wunschlösung zu erarbeiten, aber nicht verkrampft und vernagelt, sondern locker und elegant. Seien Sie offen für neue Wege und andere Aufgaben. Wenn Sie bisher Ingenieur waren, müssen Sie ja nicht gleich Pfarrer werden. Aber Neues zu tun, erweitert den Horizont.


  10. Stellen Sie die Entwicklung Ihrer Firma in einen größeren Zusammenhang. Sehen Sie alles nicht nur aus Ihrer eigenen Perspektive. Wer relativieren kann, wo er heute steht und morgen landen wird, macht sich das Leben leichter, selbst dort, wo es wirklich nicht so ganz leicht ist.

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