Zehntausend CD´s in Datenbank archiviert
MP3.com schließt Kompromiss mit US-Musikverlegern

dpa SAN DIEGO. Die Internet-Musikfirma MP3.com hat sich im Urheberrechtsstreit mit dem Verband der amerikanischen Musikverleger (National Music Publishers Association) auf einen Kompromiss geeinigt. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen jeweils bis zu zehn Mill. $ Lizenzgebühren für mehr als eine Million Songs bezahlen, die Musikfans über den MyMP3.com-Internetdienst online von jedem Ort abhören können, teilte MP3.com am Mittwoch in San Diego (Kalifornien) mit.

MP3.com wird dazu zehntausende von CDs einkaufen und in eine Online-Datenbank stellen. Die Kunden von MP3 können dann über einen beliebigen Internet-Rechner auf Titel aus diesem Pool zugreifen, wenn sie nachgewiesen haben, dass sie die jeweilige CD besitzen. Dazu müssen sie einmalig die CD in ihren Computer stecken und die Platte über das Internet bei MP3.com freischalten.

Der Datenstandard MP3 war in Deutschland von einem Forscherteam am Erlanger Fraunhofer für Integrierte Schaltungen-Institut IIS entwickelt worden. Populär wurde MP3 für den Austausch von Musiktiteln im Internet über Tauschbörsen wie Napster, Gnutella und MP3.com. Da bei den vielen Tauschplätzen im Internet das Urheberrecht der Künstler nicht beachtet wird, geht die Musikindustrie in verschiedenen Verfahren gegen die beteiligten Firmen vor. Besondere Beachtung fand das Verfahren der US-Musikverleger gegen Napster, das noch nicht endgültig entschieden ist.

MP3.com hatte zuvor bereits einen Vergleich mit vier der fünf großen Musikfirmen geschlossen, die das Internet-Unternehmen verklagt hatten. Die Vergleiche mit der amerikanischen Warner Music Group (Time Warner), BMG Entertainment (Bertelsmann), der japanischen Sony Music und der britischen EMI sollen MP3.com nach unbestätigten Branchenberichten pro Firma 20 Mill. $ kosten.

Der Rechtsstreit mit der Universal Music Group, der weltgrößten Musikfirma, ist dagegen noch nicht entschieden. MP3.com muss dem Tochterunternehmen des kanadischen Unterhaltungs- und Getränkekonzerns Seagram möglicherweise bis zu 250 Mill. $ Entschädigung zahlen, nachdem ein US-Bezirksrichter im September in New York entschied, dass MP3.com "vorsätzlich" Urheberrechte verletzt hat. Die genaue Entschädigungssumme soll im November festgelegt werden.

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