Zehntes Turnier in Ostwestfalen
"Deutsches Wimbledon" vor dem Aufschlag

"Wimbledon fängt in Halle an" - mit diesem selbstbewussten Motto begann 1993 die Geschichte der Gerry Weber Open in der westfälischen Kleinstadt.

dpa HALLE/WESTFALEN. Neben dem Rasenbelag erinnerten damals auch die hölzernen Netzpfosten sowie die Erdbeeren an das Turnier im "Tennis-Mekka" London. Doch Halle hat das Kopieren des berühmten englischen Vorbilds längst nicht mehr nötig. Vielmehr zählt das Turnier in der Provinzstadt mittlerweile zu den renommiertesten Europas. Jeden Juni zieht es die Weltstars in die 20 000-Einwohner-Kommune am Rande des Teutoburger Waldes.

Hochkarätiges Spielerfeld

Besonders viele hochkarätige Profis werden beim Jubiläumsturnier vom 10. bis 16. Juni antreten. Die "Top-Ten"-Spieler Thomas Johansson, Roger Federer, Jiri Novak, Younes El Aynaoui und Carlos Moya sorgen für das das bisher beste Teilnehmerfeld. Auch die Wimbledon-Sieger Pete Sampras, der erstmals in Halle antritt, und Richard Krajicek werden neben Thomas Haas und Nicolas Kiefer um die 100 500-Dollar-Siegerprämie kämpfen. Zudem will sich Boris Becker an Hendrik Dreekmann bei dessen Comeback in einem Schaukampf (Samstag, 17.30 Uhr) für die Erstrunden-Niederlage von 1998 revanchieren.

"Die Profis loben vor allem die guten Trainingsmöglichkeiten in Halle", sagt Turnierchef Ralf Weber. Auf sechs abgeschirmten Plätzen können die Stars ungestört Aufschläge, Passierbälle oder Volleys für das einzige Rasenturnier in Deutschland üben. Ein nahe gelegener Golfplatz sowie ein Sportpark mit Angeboten wie Badminton, Squash und Massage laden zu Abwechslung und Entspannung ein.

Modernes Stadion

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit des Rasenspektakels bei Spielern und den jährlich 100 000 Besuchern ist das moderne Stadion. Dank eines Daches können die Sportler vor maximal 12 300 Zuschauern in der beheizbaren Arena ohne Angst vor Regen aufschlagen. "Jetzt gibt es zwei Wimbledon: eines in London und eines in Halle", schwärmte einst der Gerry-Weber-Open-Premierengewinner Henri Leconte beim Anblick der mehr als 50 Millionen Euro teuren Arena.

Zudem profitiert das vom Textilhersteller und Hauptsponsor Gerry Weber ausgerichtete Turnier von seiner Vermarktung im ZDF. Während andere Veranstalter ihre Spiele über Pay-TV vor einer begrenzten Öffentlichkeit ausstrahlen lassen, ist das Turnier in Halle frei zu empfangen. Das honorieren auch die rund 30 Sponsoren, von denen etwa 80 Prozent den Gerry Weber Open schon seit 1993 die Treue halten.

An dieser Vermarktung will Ralf Weber auch künftig festhalten. In einem Punkt aber könnten sich die Open noch verändern: Neben Sampras und Johansson könnten bald auch die Williams-Schwestern oder Anna Kurnikowa über den Rasenplatz laufen. "Es gibt schon Pläne für ein Damenturnier", verrät der Weber.

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