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Zeichen an der Wand

Die Medienindustrie ächzt unter der Rezession. Nur das Lifestyle-Blatt "Wall Paper" boomt, als gäbe es keine Krise. BBDO-Chef Dr. Rainer Zimmermann (Foto) erklärt die Gründe dieses Erfolgs.

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Die Stimmung im deutschen Werbemarkt ist immer noch verhalten. Selbst wenn im zweiten Halbjahr die von den Medien händeringend erhoffte Erholung der Konjunktur einsetzt, wird es kaum möglich sein, ein Wachstum des Werbemarktes von 4,6 Prozent zu erreichen. Damit dürfte das Jahr 2002 also insgesamt noch unter dem Niveau des Jahres 2000 liegen. Daß es auch anders geht, beweist das Magazin "Wallpaper" mit antizyklischem Wachstum bei den Anzeigen. Die neueste Ausgabe, prall voller großformatiger Anzeigen- und Advertorial-Strecken, ist ein glanzvoller Kontrapunkt zu den dünn belegten Print-Titeln aus Deutschland. Vielleicht liegt es ja daran, daß "Wallpaper" zwei Dinge anders macht als die klassischen Magazintitel. Zum einen ist "Wallpaper" in ganz Europa erhältlich und verfügt über eine ausgewogene pan-europäische Leserschaft. Auf dieser Spielfläche gibt es keinerlei Konkurrenz. Das Selbstverständnis der übrigen Magazintitel ist rein national, ihre Distributionskreise sind es auch. Die Existenz Europas und einer europäischen Zielgruppe wird von den großen Verlagshäusern schlichtweg ignoriert. Zum zweiten bietet "Wallpaper" Anzeigen und Anzeigenkonzepte, die spitz auf diese junge und kaufkräftige, design- und selfdesign-orientierte Zielgruppe positioniert sind. Community-Werbung, die man in dieser Form nur bei "Wallpaper" und wenigen verwandten Titeln zu sehen bekommt. Die werbetreibenden Unternehmen lassen sich für "Wallpaper" gerne etwas besonders einfallen. Die Mainstream-Motive derselben Marken sieht man dann in den klassischen Titeln. Somit folgt auch die Werbung bei "Wallpaper" dem Prinzip der Leser-Blatt-Bindung und bietet der Zielgruppe eine höhere Relevanz und höhere Exklusivität. Wer wachsen will, braucht Mut und die Bereitschaft, Dinge zu verändern. "Europa" und "Community" sind zwei starke Treiber für die Konsumbereitschaft, damit auch für die Werbewirtschaft und die Medien. Wer wird wohl der zweite sein, der die Zeichen an der Wand erkennt? (*) Dr. Rainer Zimmermann ist seit Januar 2000 Chief Executive Officer (CEO) und Managing Partner der BBDO Group Germany. Lesen Sie mehr über den BBDO-Chef in seinem Portrait weiter ...

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