Zeichen auf Sieg
Handballer heiß auf EM-Revanche gegen Schweden

Die Tränen sind getrocknet, die Wunden geheilt: Nach mehr als einem halben Jahr ist die umstrittene 31:33-Finalniederlage aus den Köpfen verdrängt, die deutschen Handballer brennen auf Revanche gegen Europameister Schweden.

HB/dpa HANNOVER. "Wahrscheinlich sind wir die einzigen, vor denen die Schweden überhaupt Respekt haben", sagt Bundestrainer Heiner Brand, der ein "Handball-Fest mit Event-Charakter" fordert. Personell stehen die Vorzeichen für den hochkarätigen WM-Test am Dienstag in der mit 10 500 Zuschauern ausverkauften Preussag-Arena in Hannover auf Sieg.

Vom Finalteam, das am 3. Februar vor 14 303 Zuschauern im "Globen" von Stockholm mit Irokesen-Frisuren und Bärten nach Heiner-Brand- Vorbild auflief, fehlen nur der pausierende Volker Zerbe sowie Christian Zeitz, der von Brand eine Denkpause erhielt. Der schwedische Nationaltrainer Bengt Johannson muss dagegen auf das Nordhorner Quartett Peter Genzel, Ola Lindgren, Andreas Larsson und Ljubomir Vranjes verzichten. Auf Grund des kleinen Kaders beim Vize- Meister müssen die Akteure 60 Minuten durchspielen und werden nun für ihren Arbeitgeber geschont.

Ein Wiedersehen wird es auf jeden Fall mit Magnus Wislander geben, der nach seinem Abschied beim THW Kiel für seinen schwedischen Heimatverein Redbergslids IK spielt und bis zur WM vom 20. Januar bis 3. Februar in Portugal seine Nationalmannschafts-Karriere fortsetzen möchte. Eine Rückkehr zum deutschen Meister schloss der "Welthandballer des Jahrhunderts» kategorisch aus: "Ich komme nicht nach Kiel zurück."

Mit den nachnominierten Jesper Larsson (TuSEM Essen) und Henrik Andersson (Bayer Dormagen) stehen insgesamt acht Bundesliga-Legionäre im Team des vierfachen Weltmeisters. Brand holte dagegen die beiden Magdeburger Youngster Christian Schöne und Bennet Wiegert ins 14- köpfige Aufgebot. "Wir müssen auch auf die WM schauen, einen besseren Vorbereitungsgegner als Schweden kann es nicht geben", betont der Bundestrainer. Der Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), Ullrich Strombach, spricht von einer "echten Revanche", da Deutschland auf Grund der merkwürdigen Schiedsrichterleistungen "ja eigentlich der richtige Europameister ist".

Zum EM-Titel fehlten damals sieben Sekunden. Der in Kiel spielende Staffan Olsson erzielte kurz vor Abpfiff der regulären Spielzeit den 26:26-Ausgleich. Nur wenige Sekunden später warf der Lemgoer Florian Kehrmann vom Mittelkreis aus ins leere schwedische Tor. Doch der Treffer wurde vom mazedonischen Schiedsrichter-Paar Dragan und Marjan Nachevski wegen eines angeblichen Regelverstoßes nicht anerkannt. "Wir haben das letzte Tor geworfen. Vielleicht hatten sie die deutsche Hymne nicht da", sagte der Kieler Klaus-Dieter Petersen.

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