Zeichen stehen auf kurzfristige Schwäche
Weitere Dax-Entwicklung wird uneinheitlich gesehen

B efragte technische Analysten sehen die weitere Entwicklung des Dax derzeit uneinheitlich. Nach einer kurzen Pause geht es beim Index wieder aufwärts. Davon zumindest geht Stephen Schneider von der WGZ-Bank am Dienstag aus. "Die Zeichen beim Dax stehen zur Zeit auf kurzfristiger Schwäche", sagte Schneider. Dies sei jedoch nur ein "Intermezzo", bevor der Dax wieder in eine Aufwärtsbewegung übergehe.

vwd FRANKFURT. Thomas Theuerzeit von der Stuttgarter Bank hingegen erwartet kurzfristig Gewinne vor einem erneuten Rückschlag. Und Kirk Ewald von der Deutschen Bank ist vorsichtig gestimmt: Die nachlassende Bewegunsdynamik des Dax mache eine Vorhersage der weiteren Richtung derzeit schwierig.

Laut Schneider hat der Stochastik-Ozillator im überverkauften Bereich geschnitten und somit ein Verkaufssignal generiert. Auch das MACD-Histogramm zeige eine leicht negative Tendenz. Nach der Elliott-Wellen-Theorie befinde sich der Kursverlauf derzeit in einer "Vier", die vermutlich ein so genanntes Zick-Zack-Muster aufweisen werde, bevor die fünfte Welle für einen erneuten kurzfristigen Anstieg sorgen könnte. Schneider: "Bis zum Anfang der kommenden Woche sollte der Dax per saldo leicht negativ tendieren." Signifikante Unterstützungsmarken seien dabei 5 950 und 6 070 Punkte. Die letztere Marke habe der Index bereits am Dienstag im frühen Handel getestet. Nach dieser Schwächephase wird das Börsenbarometer nach Ansicht des Charttechnikers wieder zulegen und innerhalb von rund zwei Wochen ein Niveau von etwa 6 630 Zählern erreichen können.

An Gewinne vor einem erneuten Rückschlag geht hingegen Thomas Theuerzeit von der Stuttgarter Bank aus. Der Markt habe ein Korrekturpotenzial bis in den Bereich 5 910/30 Stellen. Seit April sei der Dax sehr gut gelaufen und in der Spitze um bis zu 16 % gestiegen. Am 30. April habe der Index dann die Konsolidierungszone nach oben verlassen, sei aber am nächsten Tag in diese "Schiebezone", die von 6 224 und 6 032 Punkten begrenzt sei, zurückgefallen. "Damit hat es ein False-Break-Out gegeben, was normalerweise einen etwas heftigeren Kursrückgang zur Folge hat", so der Charttechniker.

Deutscher Aktienindex konsolidiert

Allerdings habe der Markt bei rund 6 000 Zählern wieder nach oben gedreht und damit ein klassische Hammerformation ausgebildet. Deshalb gebe es nach oben kurzfristig Luft bis in den Bereich von 6 250 Stellen. Dann jedoch spreche das False-Break-Out-Signal für einen erneuten Rückgang bis zum Bereich bei 5 910 Zählern. Mit dem Anstieg entstehe zudem eine untergeordnete Kopf-Schuler-Formation, die das Bild unterstreiche.

Auch nach Einschätzung von Kirk Ewald von der Deutschen Bank befindet sich der Dax aus charttechnischer Sicht weiterhin innerhalb einer Konsolidierungszone, deren Begrenzungen er im unteren Bereich ebenfalls bei rund 6 032 Zählern ausmacht. Die obere Begrenzung sieht Ewald bei 6 296 Punkten liegen. Am vergangenen Freitag korrigierte der Dax den bisherigen tertiären Aufwärtstrend nur knapp in Höhe des minimalen Korrekturpotenzials, so dass noch immer eine recht hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass der Dax einen weiteren Anlauf in Richtung eines neuen Bewegungshochs über 6 296 Zählern unternehmen werde.

Im kurzfristigen Zeitfenster falle hingegen auf, dass der Dax deutlich an Bewegungsdynamik verloren habe, was ihn in seinem Bewegungsverhalten instabil und angreifbar mache. "Durch diesen Bewegungsverlust wird es schwierig werden, die obere Zielmarke zu erreichen", meint Ewald. Im Bereich 6 270/90 Punkte habe sich zudem ein starker Widerstand aufgebaut. Daher sei eine Korrekur bis hin zu 5 830/40 Stellen wahrscheinlich. "Es steht auf der Kippe", so Ewald.

6 300 Punkte sind eine wichtige Marke

Ursprünglich definierte Ewald die potentielle obere Wendemarke zwischen 6 350 und 6 400 Stellen. Mittlerweile scheine sich jedoch zunehmend herauszukristallisieren, dass es ein Kursniveau um die 6 250/6 300 Punkte sein werde, in dem die Ausbildung der potenziellen oberen Begrenzung der erwarteten Konsolidierungsphase erfolge. Sollte es tatsächlich zu der Ausbildung dieser breit gefaßten Konsolidierungsphase kommen, stelle sich die Frage nach deren unteren Begrenzung. Diese könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht genau definieren werden, da hierzu technische Anhaltspunkte fehlten.

Zur Orientierung zieht der Charttechniker daher die errechneten Korrekturpotenziale heran, welche in etwa das Kursniveaus einer möglichen erneuten Abschwächung aufzeigen könnten. Bezogen auf den vorliegenden tertiären Aufwärtstrend liegen diese Korrekturpotenziale wie folgt: 5 835 (Normalkorrektur) bzw 5 726/5 682 Stellen (Maximumkorrektur).

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