Zeichnungsfrist beginnt am 30. Oktober
Deutsche Post lockt mit Anreizen für Privatanleger

vwd DÜSSELDORF. Nach Lufthansa und Telekom wird nun die Deutsche Post AG in einem der größten Börsengänge Deutschlands teilprivatisiert. Der Bund bringt am 20. November 25 bis 33 % der Aktien des Bonner Konzerns an die Börse. Das Angebot richtet sich an Privatleute in Deutschland und sechs anderen europäischen Staaten sowie an institutionelle Investoren auf der ganzen Welt. Die dreiwöchige Zeichnungsfrist beginnt am 30. Oktober. Private Anleger, die während der 14-tägigen Frühzeichnerphase ordern, können mit einem Nachlass auf den Ausgabepreis der "Aktie Gelb" und Treueaktien rechnen. Die Preisspanne wird von Analysten auf 20 bis 25 Euro geschätzt.



Ausgegeben werden Aktien aus dem Bestand der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau, die gut 49 % der insgesamt 1,1 Mrd. Post-Papiere hält. Unbestätigten Presseberichten zufolge wollen die Eigentümer dieses gesamte Paket zum Börsenhandel anmelden, um die Chancen der jungen Aktie auf Aufnahme in Dax zu erhöhen und sie damit vor allem für Fonds, die ihre Depots nach dem Börsenbarometer ausrichten, attraktiver zu machen. Die Emission soll je zur Hälfte auf private und institutionelle Anleger entfallen. Von der Privattranche, die auch in Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Spanien, Italien und den Niederlanden angeboten wird, zielt der weitaus größte Teil auf den deutschen Markt.



Bei den Instituten wird eine private Platzierung in den USA und ein öffentliches Angebot in Japan geplant. Für sie läuft die Zeichnungsfrist bis 17. November, während sie für die Privatleute einen Tag früher endet. Am Wochenende darauf sollen der Ausgabepreis und die Zuteilung bestimmt werden. Über Details der Anreize für die Privaten wird vor Start der Zeichnungsfrist informiert. Die Post-Papiere, die eine neue Volksaktie werden sollen, kommen in Frankfurt sowie voraussichtlich allen anderen deutschen Börsen in den Amtlichen Handel. Begleitet wird die Emission von einem breiten internationalen Konsortium unter Führung der Deutschen Bank und UBS Warburg.



Das Going public sieht auch ein Beteiligungsprogramm für die Mitarbeiter der Post, das bei rund 160 000 Beschäftigten aus Resonanz gestoßen ist. Die zehn Millionen Kunden der Postbank, die vor dem 5. Oktober dort einen Vertrag abgeschlossen haben, besitzen erhöhte Chancen auf eine Zuteilung von Aktien. Sie können bis 19. Oktober bei jeder Filiale des Kreditinstituts ihr Interesse anmelden. Dazu ist es aber erforderlich, bei Easytrade, dem Directbroker der Postbank, ein Depot zu eröffnen. Von Analysten wird die Post auf 20 bis 28 Mrd Euro taxiert. Der faire Wert der "Aktie Gelb" liegt durchschnittlich bei 25 Euro.



In der ersten bislang offiziell veröffentlichten Studie des nicht ins Konsortium eingebundenen Bankhauses Julius Bär wird der Ausgabepreis nach einem Risikoabschlag mit 20,50 Euro angesetzt. Als Rabatt auf den Emissionspreis werden nach Presseberichten zwei bis vier Prozent erwogen. Zur Haltefrist der angekündigten Treueaktien ist in den Medien von ein bis zwei Jahren die Rede. Beim Schwesterunternehmen Telekom, das sich bei seinen Emissionen solcher Anreize ebenfalls bediente, hatten die Haltefristen zwischen 14 und 36 Monaten gelegen. Auf je zehn gezeichnete T-Aktien gab es ein Bounuspapier.

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