"Zeigt es den Terroristen"
Beispiellose Sicherheitsvorkehrungen am US-Unabhängigkeitstag

Begleitet von verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben US-Bürger im Ausland am Donnerstag den ersten US-Nationalfeiertag nach den Anschlägen vom 11. September begangen. In den USA selbst wurden beispiellose Sicherheitsvorkehrungen für die Feiern am 4. Juli angeordnet, die traditionell mit Feuerwerk, Paraden und Volksfesten begangen werden.

Reuters WASHINGTON/SINGAPORE. "Das US-Außenministerium hatte alle Amerikaner (in Übersee) aufgefordert, an diesem 4. Juli vorsichtig zu sein", teilte die US-Botschaft in Indien mit. US-Bürger waren aufgefordert, belebte Plätze wegen möglicher Anschlagsgefahren zu meiden. In Afghanistan, wo Tausende US-Soldaten stationiert sind, wurde der US-Stützpunkt Bagram in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. In Australien feierten rund 1 000 US-Bürger in der Residenz des US-Botschafters, zu der alle Zugangsstraßen hermetisch gesperrt wurden.

In den USA sollten rund 2 000 Festveranstaltungen landesweit von der eigens nach den Anschlägen vom 11. September geschaffenen Heimatschutzbehörde auf mögliche Anschlagsgefahren hin beobachtet werden. Über vielen US-Städten wurden zudem Patrouilleflüge von Militärmaschinen angeordnet. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gebe es nicht, verlautete aus Regierungskreisen. In einem Dossier des FBI heißt es jedoch, Personen mit Verbindungen zum internationalen Terrorismus hätten im Internet gezielt Informationen über Stadien in den USA und Europa gesammelt. Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt.

New York, wo die Flugzeugattentäter vom 11. September die Zwillingstürme des World Trade Centers zerstört hatten, bereitete sich auf ein spektakuläres Höhenfeuerwerk vor. Schwer bewaffnete Anti-Terror-Einheiten sowie Hubschrauber und Spezialeinsatzkräfte der Polizei und Feuerwehrleute sollten zur Absicherung der Feier zum Einsatz kommen. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg rief die Einwohner auf, sich nicht durch die Furcht vor Anschlägen vom Feiern abhalten zu lassen und den Unabhängigkeitstag zu begehen: "Zeigt es den Terroristen", fügte er hinzu.

US-Präsident George W. Bush hatte seine Landsleute am Vortag ebenfalls aufgefordert, sich die Feier nicht verderben zu lassen. Er wollte in der Kleinstadt Ripley im Bundesstaat West Virginia eine Parade abnehmen und später von einem Balkon des Weißen Hauses aus das Feuerwerk in der Hauptstadt Washington aus beobachten, in der ebenfalls ein Großaufgebot an Sicherheitskräften zum Einsatz kommen sollte.

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