Zeit drängt
Spekulationen statt Verträge

Zwei Monate vor Beginn der neuen Saison wissen die Fußball-Fans noch immer nicht, wo und in welchem Umfang sie künftig Fußball im Fernsehen schauen können. Durch den Sparkurs der finanziell angeschlagenen Sender werden die Agenturen die früher heiß begehrten TV-Rechte nicht los. Die Zeit drängt, doch derzeit gibt es nur Gerüchte und Geheimmodelle, aber keine Vertragabschlüsse.

HB/dpa HANNOVER. Die jüngste Spekulation stammt vom FC Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl- Heinz Rummenigge: Die Bundesliga läuft demnach bei der ARD, die DFB - Pokalspiele bei RTL und die Champions League zeigt Sat.1.

"Fix ist es noch nicht, aber es wird so kommen", wird Rummenigge in der "Bild"-Zeitung zitiert. Dieses Modell ist allerdings nur eine von mehreren Alternativen. Das haben Beteiligte am Montag inoffiziell bestätigt. Möglich wäre es, weil Sat.1 laut "Spiegel" für drei Spielzeiten der Champions League 70 Mill. ? geboten. Bei dem Sender heißt es dazu nur: "Kein Kommentar."

Auch beim Rummenigge-Modell bleibt das Kernproblem, dass keiner der Sender so viel für die Rechte ausgeben will wie bisher. ARD - Sprecher Martin Gartzke sagte: "Das ist ein Gedankenspiel von Herrn Rummenigge." Mindestens genauso wahrscheinlich ist daher, dass es bei der bisherigen Aufteilung bleibt. "Derzeit ist völlig offen, wie es ausgeht", sagte Torsten Rossmann von der ProSiebenSat.1 Media AG. Das Unternehmen hatte den Ball ins Rollen gebracht, als es die Vertrags- Verlängerung für die 80 Mill. ? teuren Bundesliga-Rechte verweigerte.

Problematisch wird der offensichtliche Preisverfall schon in der kommenden Saison für die Champions-League-Teilnehmer FC Bayern München, VfB Stuttgart und eventuell Borussia Dortmund. Deren Anteil an den Gesamt-Einnahmen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) werden gekürzt, wenn aus dem deutschen TV-Markt nicht mehr wie bisher jährlich rund 125 Mill. ? fließen. Die übrigen Clubs müssen spätestens von 2004 an noch mehr sparen: Denn dass die Vermarktungs- Agentur Infront den mit 290 Mill. pro Jahr dotierten Bundesliga- Vertrag per Option verlängert, ist nach derzeitigem Stand äußerst unwahrscheinlich.

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