Zeit für Springer-Verkauf wird knapp
"Leo Kirch ist inzwischen ein zahnloser Tiger"

Der Medienunternehmer Leo Kirch will die letzte Chance für einen Verkauf seiner Beteiligung am Axel Springer Verlag nutzen. Derzeit gebe es Verhandlungen mit mehreren Interessenten aus Deutschland und dem Ausland, hieß es am Donnerstag im Umfeld Kirchs.

HB/dpa MÜNCHEN. "Leo Kirch wird bis zur letzten Minute versuchen, einen Käufer zu finden." Wenn ihm dies bis zum 30. August nicht gelingt, fällt die 40-prozentige Beteiligung der Deutschen Bank zu, die einen Kredit damit besichert hat.

Finanzexperten räumten dem Verkauf aber wenig Chancen ein. "Leo Kirch ist inzwischen ein zahnloser Tiger", hieß es. Die Deutsche Bank wollte ursprünglich bereits nach der Pleite der Kirch-Gruppe im Frühjahr auf das Paket zugreifen und die Anteile an die Börse bringen. Dies hatte Leo Kirch vor dem Landgericht München verhindert und einen Aufschub bis zum 30. August erreicht. Bis dahin hat er die Möglichkeit, über das Paket zu verfügen und den Kredit bei der Deutschen Bank in Höhe von 720 Millionen Euro zu tilgen.

Die Summe war im Mai fällig geworden und konnte nicht rechtzeitig getilgt werden. Branchenkenner hatten von vornherein nicht damit gerechnet, dass es Kirch gelingt, zu seinen Preisvorstellungen einen Käufer für das Paket zu finden. Der Verkauf gestaltet sich schwierig, weil es sich um vinkulierte Namens-Aktien handelt. Daher hat Springer ein Mitspracherecht.

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