Zeitarbeitsfirma leidet unter der Konjunkturlage
DIS senkt Umsatz- und Gewinnprognose

Das Zeitarbeitsunternehmen DIS Deutsche Industrie Service AG hat zum zweiten Mal in diesem Jahr wegen der schwachen Konjunkturlage seine Ertrags- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr reduziert.

Reuters FRANKFURT. "Der gesamtwirtschaftliche Aufschwung dürfte aus heutiger Sicht erst im zweiten Halbjahr 2003 eintreten", sagte DIS-Vorstandschef Dieter Scheiff am Dienstag bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse zum dritten Quartal. Prognosen für 2003 wollte er auf Grund der "mangelnden Visibilität in der Branche" jedoch nicht abgeben. Allerdings erwartet er nach einer Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission zur Arbeitsmarktreform in Deutschland für die kommenden Jahre deutliche Umsatzzuwächse. Die im März in den MDax aufgerückte DIS-Aktie verlor am Nachmittag 1,3 Prozent auf 14,90 Euro.

Statt des bislang erwarteten Ergebnisses vor Steuern (Ebt) von 19 bis 20 Millionen Euro rechne DIS für 2002 nun nur noch mit einem Vorsteuergewinn von 15 Millionen Euro, hieß es weiter. Beim Umsatz gehe man nun von einem Rückgang um 10,5 Prozent auf 232 Millionen Euro aus nach einem zuvor erwarteten Rückgang von fünf Prozent. Das Unternehmen hatte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr bereits Anfang August gesenkt.

Nach den Worten von Finanzvorstand Dominik de Daniel wird die DIS AG allerdings ihre Dividende für 2002 auf Vorjahresniveau halten können. 2001 hatte die auf Fachkräfte spezialisierte DIS AG 0,30 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Trotz der erwarteten Rückgänge dürfte sich die auf die Vermittlung von Fachkräften spezialisierte DIS AG besser als die Branche entwickeln, die um 15 Prozent schrumpfen werde, sagte Vorstandschef Scheiff weiter. "Durch die Fokussierung auf das Segment der qualifizierten Fachkräfte ist die DIS AG weniger vom Einfluss der zyklischen Schwankungen der Gesamtwirtschaft auf den Arbeitsmarkt betroffen als die Branche."

Zudem dürfte die derzeit im Rahmen der Hartz-Vorschläge diskutierte Deregulierung des Arbeitsmarktes weiteres Umsatzpotenzial schaffen, zeigte sich Scheiff zuversichtlich. Ab einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent pro Jahr erwarte DIS jährlich ein Umsatzplus zusätzlich zum sonstigen Wachstum von rund 1,5 Prozent. Auch begrüße die DIS AG die Pläne der Regierung, wonach Leiharbeitskräfte in gleicher Höhe wie die Beschäftigten des betroffenen Unternehmens bezahlt werden sollen. Als ein Unternehmen, das auf Fachkräfte spezialisiert ist, sei "dies in der überwiegenden Zahl der Fälle schon lange Praxis", sagte Scheiff.

Im dem zum 30. September beendeten dritten Quartal schrumpfte das Ergebnis vor Steuern um zwölf Prozent auf 6,7 Millionen Euro, teilte DIS weiter mit. Die DIS AG habe in diesem Zeitraum allerdings ihre Rohertragsmarge um 100 Basispunkte auf 38,1 Prozent erhöht. Der Umsatz habe sich im dritten Quartal um 8,5 Prozent auf 62,9 Millionen Euro verringert.

Angesichts der aktuellen Bewertung der DIS-Aktie werde die die Gesellschaft verstärkt eigene Aktien zurückkaufen, kündigte das Unternehmen an. Die flüssigen Mittel seien zum 30. September auf 11,1 Millionen Euro gestiegen nach 5,1 Millionen Euro zum Ende des zweiten Quartals.

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