Zeitarbeitsfirma verbucht Gewinnrückgang
Adeccos bleibt hinter den Erwartungen zurück

Der Schweizer Zeitarbeitskonzern Adecco hat im ersten Halbjahr 2002 mit einem Gewinnrückgang um 45 % die Erwartungen verfehlt.

rtr ZÜRICH. Nach den Worten von Konzernchef Jerome Caille wird auch das Ergebnis des Gesamtjahres unter dem entsprechenden Vorjahresresultate liegen. Es gebe aber nun Anzeichen für eine Erholung, die jedoch einige Monate später als erwartet einsetzen dürfte, teilte das Unternehmen am Mittwoch weiter mit. Die Börse reagierte mit markanten Abgaben. Der Aktienkurs sank um 15,5 % auf 59,90 Franken.

Im Berichtshalbjahr nahm der Gewinn vor Amortisation von immateriellen Anlagewerten im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 45 % auf 201 Mill. Franken ab. In Lokalwährung betrug der Rückgang 42 %. Das operative Ergebnis sank um 40 % auf 371 Mill. Franken, während der Umsatz sich um 10 % auf 12,4 Mrd. Franken verringerte. "Sie (die Resultate) enttäuschen mich ein wenig", sagte Analyst Paul Boltjes der F. van Landschot Bank. Auch der Ausblick, wonach der Aufschwung später als erwartet erfolgen werde, sei enttäuschend. "Es ist nicht die positive Überraschung die ich erwartet hatte - und die Manpower zeigte", so Boltjes. Auch Rolf Kunz von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sprach von einem Resultat unter den Erwartungen.

Der neue Verwaltungsratspräsidenten John Bowmer zeigte sich für die zweite Jahreshälfte 2002 optimistisch. Adecco Frankreich habe in den vergangenen Wochen das Anstellungsniveau des Vorjahres erreicht und in Nordamerika würden aktuell mehr Zeitarbeitskräfte als vor einem Jahr eingesetzt. Die meisten anderen Märkte würden ebenfalls einen starken Aufwärtstrend aufweisen.

Es lasse sich aber noch nicht sagen, ob die Ziele für 2003 erreicht werden, erklärte Bowmer weiter. "Es ist unmöglich, das vorherzusagen", so Bowmer. Das Unternehmen strebt für 2003 einen Umsatz von 35 Mrd. Franken und eine operative Marge (Ebita) von 5 % an. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Adecco einen Umsatz von 27,25 Mrd. Franken und eine Ebita-Marge von 4,3 %. Im ersten Halbjahr 2002 lag die Marge bei 2,9 %. Die Analystin Britta Simon von Bank Sarasin erklärte, es bleibe abzuwarten, ob die Besserunganzeichen auf eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau oder auf den Beginn eines nachhaltigen Wachststumstrends hindeuteten. Enttäuschend sei das operative Ergebnis.

Per Ende Juni habe Adecco 300 neue Niederlassungen eröffnet und gleichzeitig die Zahl der Stellen um 600 reduziert, hiess es im Halbjahresbericht weiter. Unter der Annahme konstanter Wechselkurse seien bei Adecco Staffing und Ajillon Professional im ersten Semester rund 140 Mill. Franken eingespart worden.

Im traditionellen Zeitarbeitsbereich Adecco Staffing sank im ersten Halbjahr der Umsatz um acht Prozent auf 10,8 Mrd. Franken. Die Gewinnmarge ging ebenfalls zurück. Im Juni sei jedoch ein positiver Trend ausgemacht worden. Der hochmargige Bereich Ajilon Professional verzeichnete aufgrund der angespannten Marktsituation einen Umsatzeinbruch um 27 % auf 1,3 Mrd. Franken. Als antizyklisch erwies sich das Geschäft im Bereich Career Services. Der Umsatz nahm um ein Viertel auf 258 Mill. Franken zu.

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