Zeitlich gestreckte Investitionen begrenzen Risiken
Bei der Wahl zwischen Renten- und Aktienfonds ist der Anlagehorizont wichtig

Die Entscheidung zwischen einer Investition in Aktien- oder in Rentenfonds verlangt von Anlegern eine Abwägung von Rendite und Risiko. Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Finanzmärkte erweisen sich regelmäßig als reine Spekulation.

ddp/vwd BERLIN. Die Entscheidung zwischen einer Investition in Aktien- oder in Rentenfonds verlangt von Anlegern eine Abwägung von Rendite und Risiko. Da Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Finanzmärkte sich regelmäßig als reine Spekulation erweisen, bleibt nur der Blick in die Vergangenheit und die Hoffnung, dass sich die Trends fortschreiben lassen. Im Ergebnis halten sich Anleger an «Faustregeln»: Rentenfonds bieten sichere Renditen bei geringem Risiko, während Aktienfonds riskanter sind, aber langfristig auch wesentlich höhere Gewinne versprechen.

Dass sich diese Sicht durchgesetzt hat, zeigt ein Vergleich der Vermögensentwicklung deutscher Aktien- und Rentenfonds: Noch vor zehn Jahren spielten Aktienfonds mit einem verwalteten Vermögen von gut 8,5 Milliarden Euro eine deutlich untergeordnete Rolle im Vergleich zu den 67 Milliarden Euro, die Anleger in Rentenfonds hielten. Den Umschwung brachte das Börsen-Boomjahr 1999, als mit fast 176 Milliarden Euro erstmals mehr Vermögen in Aktienfonds als in Rentenfonds (gut 112 Milliarden Euro) angelegt war.

Aktienfonds legten in 20 Jahren 13 % zu

Statistiken zur Wertentwicklung von Aktien- und Rentenfonds geben den Anlegern offenbar Recht: So erzielten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland nach BVI-Angaben in den vergangenen 20 Jahren (Stichtag 31. Dezember 2000) eine durchschnittliche Jahresrendite von gut 13 Prozent, während vergleichbare Rentenfonds lediglich eine Rendite von knapp 7,4 Prozent verbuchten. Noch deutlicher zu Gunsten der Aktienanlage fällt ein Vergleich der Wertentwicklung von 1996 bis 2000 aus: Während Aktienfonds im Jahresdurchschnitt 21,4 Prozent zulegten, gewannen Rentenfonds lediglich fünf Prozent.

Vernachlässigt wird bei derartigen Vergleichen aber die unterschiedliche Schwankungsanfälligkeit von Aktien- und Rentenmarkt: Wer sich auf dem Höhepunkt eines Börsenzyklus für Aktien entscheidet und anschließend Verluste auf Grund eines Kurseinbruchs erleidet, könnte Jahre brauchen, bis sein Portfolio den Wertverlust aufholt. So zeigen Untersuchungen des Deutschen Aktieninstituts (DAI), dass in der Vergangenheit auch bei langem Anlagehorizont Aktiengewinne nicht garantiert sind: Wer beispielsweise 1969 in ein Portfolio investierte, das den später eingeführten Deutschen Aktienindex (DAX) abbildete, verbuchte bis 1980 lediglich eine durchschnittliche Jahresrendite von 0,5 Prozent, die sich bis 1990 auf immerhin 6,2 Prozent verbesserte. In den ersten zehn Jahren wäre das Geld also sogar auf einem Sparbuch besser aufgehoben gewesen als am Aktienmarkt.

Wie soll sich ein Anleger also entscheiden? Zumindest sollte die Faustregel modifiziert werden: Rentenfonds können kurzfristig durchaus attraktiver sein als Aktien, und je kürzer der Anlagezeitraum ist, desto stärker ist die Renditeschwankung am Aktienmarkt. Wer sich nicht sicher ist, sein Vermögen so lange unangetastet lassen zu können, bis Aktienfonds «sichere Gewinne» bringen, sollte zumindest einen Teil auch in Rentenfonds investieren. Und Aktien oder-fondsanteile sollten nicht «auf einen Schlag», sondern gestreckt über mehrere Jahre oder über einen Sparplan gekauft werden. Damit wird das Risiko verringert, vor schlechten Börsenjahren einzusteigen und damit lange auf das Erreichen des Einstandskurses warten zu müssen.

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