Zeitschriftenhaus will keine Partner aufnehmen
Bauer-Verlag bekommt neue Struktur

Die Hamburger Verlagsgruppe Heinrich Bauer ("Praline", "TV Hören und Sehen", "Maxi") wird sich Anfang 2002 eine neue Firmenstruktur geben, um sich auf den verschärften Wettbewerb auf dem deutschen Printmarkt einzustellen.

lip HAMBURG. Unter dem Dach der Heinrich die zu 96 % der Familie des Verlegers Heinrich Bauer gehört, werden neue Kommanditgesellschaften für die Sparten Programmzeitschriften, Frauenmagazine, Special-Interest- Titel, Osteuropa-Aktivitäten und Entwicklungsredaktion gegründet. Vorbild dafür sei die bestehende Organisation der "Bravo"-Familie in München.

Die Verlagsleiter der KG werden künftig ihre Bereiche eigenverantwortlich als Profit-Center führen, um die Kosten besser in den Griff zu bekommen. Zudem soll die neue Struktur den Anzeigenkunden die Bandbreite der Printobjekte transparenter machen. Das Zeitschriftenhaus hat hier Nachholbedarf, denn das Gros seiner Einnahmen stammt aus dem Einzelverkauf der Objekte an den Kiosken. Nähere Einzelheiten der neuen Struktur und ihrer Auswirkungen sollen alle Führungskräfte am 30. November auf Sylt erfahren.

Die Umstrukturierung hat in der Printbranche inzwischen heftige Spekulationen ausgelöst. Das Medienhaus suche nun für die einzelnen Sparten Partner, die sich direkt an den KG beteiligten, heißt es in der Branche. Ein Interessent sei der australisch-amerikanische Medienunternehmer Rupert Murdoch, der vor allem einen Einstieg in das Marktsegment Programmzeitschriften anstrebe. Er habe darüber bereits mit dem Verleger Heinrich Bauer gesprochen. Diese Branchenspekulationen dementiert der Verlag allerdings. Es habe keine Gespräche mit Rupert Murdoch gegeben. "In die einzelnen Kommanditgesellschaften sollen auch keine Partner aufgenommen werden", sagte ein Firmensprecher.

Die Neuausrichtung hat keine Stellenstreichungen zur Folge. Ein Personalabbau dürfte ohnehin erschwert werden, da künftig wohl jede der neuen KG einen eigenen Betriebsrat haben wird. Der Bauer beschäftigt derzeit weltweit 5800 Mitarbeiter, davon 1 700 in Hamburg.

Das Zeitschriftenhaus will 2001 unverändert ein "zufriedenstellendes" Ergebnis erzielen, während der Umsatz leicht auf 3,2 (Vorjahr 3,12) Mrd. DM steigen soll. Mehr dazu will es am 4. Dezember auf der Bilanzpressekonferenz mitteilen.

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