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Zeitung: El Baradei abgehört - „Iran keine Bedrohung“

Die US-Regierung hat einem Bericht der „Washington Post“ zufolge zahlreiche Telefongespräche des Leiters der Internationalen Atomenergie-Organisation (Iaeo), Mohammed el Baradei, mit iranischen Diplomaten abhören lassen.

dpa WASHINGTON/MADRID. Die US-Regierung hat einem Bericht der "Washington Post" zufolge zahlreiche Telefongespräche des Leiters der Internationalen Atomenergie-Organisation (Iaeo), Mohammed el Baradei, mit iranischen Diplomaten abhören lassen.

Ziel der amerikanischen Lauschaktion sei es gewesen, Munition für die Ablösung des angeblich gegenüber Iran zu leichtgläubigen und nachgiebigen Iaeo-Chefs zu sammeln, berichtete die Zeitung am Sonntag unter Berufung auf US- Regierungsbeamte.

Die abgehörten Gespräche des 62 Jahre alten Ägypters hätten aber keine Hinweise auf ein Fehlverhalten erbracht. In der US-Regierung gibt es laut der "Washington Post" Differenzen darüber, wie vehement die Ablösung des seit 1997 amtierenden Iaeo-Chefs vorangetrieben werden soll.

Nach den Worten von El Baradei geht von Iran keine "unmittelbare atomare Bedrohung" aus. Die Zusammenarbeit mit Teheran sei gut, sagte er in einem Interview der spanischen Zeitung "El País" (Sonntagausgabe). Bis 2003 habe Iran versucht, Dinge zu verbergen. Seitdem habe die Regierung den Inspekteuren aber den Zugang zu allen von der Iaeo beantragten Einrichtungen erlaubt. Die Inspektion einer großen militärischen Anlage stehe noch aus.

"Wir haben keine konkreten Beweise, dass Iran sein Nuklear- Programm in Richtung Atomwaffen-Produktion gelenkt hat", sagte El Baradei. Iran und andere Länder seien in dieser Hinsicht "latente Staaten".

Die EU will an diesem Montag in Brüssel Gespräche mit Iran über Einzelheiten der verabredeten Einstellung des umstrittenen Programms zur Urananreicherung beginnen. Dabei soll es um die weitere Zusammenarbeit gehen. Die Gespräche werden auf EU-Seite von Bundesaußenminister Joschka Fischer und seinen Kollegen aus Frankreich und Großbritannien sowie dem außenpolitischen EU- Beauftragten Javier Solana geführt. Auf iranischer Seite wird an dem Treffen der Chefunterhändler für Atomfragen, Hassan Rowhani, teilnehmen.

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