Zeitung: Kartellamt leitet Verfahren gegen Deutsche Telekom ein
ARD und ZDF wollen für Kabelfernsehen Gebühren kassieren

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender wollen mit Hilfe des Bundeskartellamts künftig für die Ausstrahlung ihrer Programm im Kabelfernsehen der Deutschen Telekom Gebühren kassieren.

dpa MÜNCHEN. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagsausgabe) berichtet, will das Kartellamt auf Antrag von ARD und ZDF in dieser Woche ein Kartellverfahren einleiten. ARD und ZDF verlangen nach Angaben der Zeitung 80 bis 93 Mill. DM pro Jahr. Der Konzern profitiere bei der Vermarktung des Kabels von der "Attraktivität der gesendeten Programme", begründen die Anstalten ihrer Beschwerde. Die Telekom ist Marktführer beim Kabel-TV, an das in Deutschland jeder zweite Haushalt angeschlossen ist.

Bislang bekommt die Telekom von den Sendern ein Entgelt für die Kabelverbreitung ihrer Programme. Das wollen ARD und ZDF unter Hinweis auf die Praxis im Ausland nun ändern. In 46 anderen europäischen Staaten und in den USA verlangten die Kabelbetreiber von den Sendern keine Entgelte für die Ausstrahlung der Programme.

"Im Gegenteil zahlen diese Kabelbetreiber für die Programme erhebliche Vergütungen an die Sender, um den Zuschauern attraktive Inhalte anbieten und sich diese Leistung von den Kabelhaushalten vergüten lassen zu können", zitiert die "SZ" aus der Beschwerde von ARD und ZDF beim Kartellamt. Bei der Kabelausstrahlung handele es sich um einen Aufwand für Inhalte, der sachgerecht von den Kabelteilnehmern zu tragen wäre, die diese Inhalte konsumieren. Laut "SZ" könnte das dazu führen, dass die Zuschauer höhere Kabelgebühren zahlen müssen. Nach Angaben der Zeitung tragen ARD und ZDF beim Kartellamt vor, die Telekom benutze ihre Marktmacht, um sich der Zahlungspflicht für die Programme zu entziehen.

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