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Zeitung: Universität Konstanz entzieht Physiker Schön Doktortitel

Konstanz (dpa) - Die Universität Konstanz hat dem durch schwere Fälschungsvorwürfe belasteten Physiker Jan Hendrik Schön den Doktortitel entzogen. Die Universität begründet ihre Entscheidung mit den zahlreichen spektakulären Manipulationen Schöns in seiner Zeit bei den Bell-Laboratorien in den USA.

Konstanz (dpa) - Die Universität Konstanz hat dem durch schwere Fälschungsvorwürfe belasteten Physiker Jan Hendrik Schön den Doktortitel entzogen. Die Universität begründet ihre Entscheidung mit den zahlreichen spektakulären Manipulationen Schöns in seiner Zeit bei den Bell-Laboratorien in den USA.

Das berichetet der in Konstanz erscheinende Südkurier. Dadurch habe sich der einst international als Top-Forscher gefeierte Schön des Titels als unwürdig erwiesen.

Die Universität bezieht sich ausdrücklich nicht auf Fehler in der Doktorarbeit selbst. Sie stützt ihre Entscheidung auf das baden- württembergische Universitätsgesetz, das einen Titelentzug auch auf Grund späteren unwürdigen Verhaltens zulässt. Der bereits als Nobelpreis-Kandidat gehandelte Schön hatte aus den US-amerikanischen Labors heraus von 1998 bis 2001 laufend sensationelle Ergebnisse veröffentlicht. Eine Kommission des Labors hatte ihm 2002 schließlich in 16 Fällen Manipulation von Daten nachgewiesen.

Die Universität habe Schön aufgefordert, seine 1998 verliehene Promotionsurkunde an die Hochschule zurückzugeben, schreibt das Blatt. Die Konstanzer Physiker sprechen vom größten Forschungsskandal in der Physik der vergangenen 50 Jahre. Eine Universitäts-Kommission hatte vergangenes Jahr erklärt, schon in Konstanz habe Schön bei der Promotion schlampig gearbeitet. Vorsätzliches Fehlverhalten hielt sie jedoch für nicht nachweisbar.

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