Zeitungs-Interview: Clement: Lohnnebenkosten müssen unter 40 Prozent

Zeitungs-Interview
Clement: Lohnnebenkosten müssen unter 40 Prozent

"Wir müssen bei den gesetzlichen Lohnnebenkosten unter 40 % kommen, sehr rasch, möglichst schon im nächsten Jahr", sagte Clement der Zeitschrift "VDI Nachrichten" in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview.

Reuters BERLIN. Es werde noch länger dauern, bis Deutschland wieder Anschluss an die internationale Wachstumsentwicklung finden werde. Deutschland werde noch Einiges zu leisten zu haben, was mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde, etwa die 4 % des Bruttoinlandsprodukts, die jährlich noch für einige Zeit für den Aufschwung Ost investiert werden müssten.

Generell peile er für den Euro-Raum und für Deutschland Wachstumsraten von oberhalb von zwei Prozent an, sagte Clement, ohne dafür aber einen Zeitpunkt zu nennen. Bislang geht die Bundesregierung für 2003 noch von einem Wachstum von einem Prozent nach 0,2 % im Vorjahr aus. Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute haben in jüngster Zeit allerdings ihre Wachstumserwartungen bereits deutlich gesenkt und liegen nun alle unterhalb der Marke von einem Prozent. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) ist mit 0,4 % inzwischen am zurückhaltendsten.

Clement fordert mehr Forschungsinvestitionen

"Dafür brauchen wir vor allem mehr öffentliche und private Investitionen in Forschung und Entwicklung", forderte Clement. Hier brauche man höhere Wachstumsraten. Zugleich sei mehr Wagniskapital nötig, das in zukunftsträchtige Jungunternehmen investiert werde. Als problematisch bezeichnete es der Minister, dass auch der Bund seine Forschungsinvestitionen zurückfährt. "Wir müssen in diesem Bereich unsere Anstrengungen verstärken", forderte er von Unternehmen, Bund und Ländern.

Zugleich forderte er Europa auf: "Wir müssen uns ... auf den Hintern setzen und unsere Kräfte sammeln". In den USA laufe derzeit in Verbindung mit dem drohenden Irak-Krieg ein atemberaubender Prozess, nämlich ein rasanter Aufbau des militärischen Potenzials. Der könnte auf Dauer eine "gewaltige technologische Überlegenheit" der US-Wirtschaft gegenüber dem Rest der Welt auch im Zivilbereich zur Folge haben.

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