Zeitungsbericht
Viagra-Konkurrenzmittel bei Bayer gestohlen

Nach dem Diebstahl des noch nicht zugelassenen Potenzmittels Vardenafil hat die Kölner Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Staatsanwältin Regine Appenrodt sagte am Mittwoch, es gebe Hinweise, dass eine unbekannte Menge des Präparates im Umlauf sei, das sich noch in der Testphase befindet.

Reuters LEVERKUSEN/KÖLN. Ein Bayer-Sprecher bestätigte, der Konzern habe Anzeige wegen Diebstahls erstattet. Es seien Tabletten aus einer Probepressung entwendet worden. Zu der Anzahl der gestohlenen Tabletten wollten die Staatsanwaltschaft und Bayer keine Angaben machen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete am Mittwoch, zwei Bayer-Mitarbeiter hätten tausende von Vardenafil-Pillen aus dem Werk geschmuggelt und für je 20 DM in Fitnessstudios, Diskotheken und einem Swingerclub verkauft.

Laut Zeitungsbericht, handelt es sich bei den Dieben um zwei Mitarbeiter einer Leiharbeitsfirma. Sie seien im Konzern für Wartung und Reparatur von Maschinen zuständig und hätten so Zugang zu den Tabletten-Pressstraßen.

Bayer teilte mit, nachdem Ende August eine Tablette in einer Apotheke aufgetaucht sei, habe der Konzern die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Bayer versuche derzeit, den Vorgang mit Hilfe der Behörden aufzuklären, um gegebenenfalls das Überwachungs- und Sicherungssystem weiter zu optimieren. Bereits nach dem Fund der ersten Tablette seien weitergehende Sicherheitsvorkehrungen veranlasst worden.

Vardenafil befindet sich in der dritten Phase der klinischen Prüfung. Noch im laufenden Jahr soll nach Bayer-Angaben ein Zulassungsantrag für das Medikament gestellt werden. Es soll als Konkurrenz zum Pfizer-Produkt Viagra 2002 auf den Markt kommen. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern erhofft sich von Vardenafil Umsätze von bis zu 900 Mill. ? pro Jahr.

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