Zeitungsbericht zurückgewiesen
Schumacher dementiert Rücktrittsgerüchte

Ferrari-Pilot Michael Schumacher verschwendet keinen Gedanken an sein Karriereende. "Ich werde nicht zurücktreten", versicherte der viermalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen am Donnerstag in Imola und dementierte damit energisch Meldungen, er wolle im Fall eines erneuten Titelgewinns nach dieser Saison aufhören.

dpa IMOLA. Der Kolumbianer Juan Pablo Montoya, der als Schumacher- Nachfolger gehandelt wird, erklärte: "Vielleicht fahre ich einmal in der Zukunft für Ferrari." Er habe aber darüber noch nicht verhandelt und sei glücklich bei Williams-BMW.

Schumacher kommentierte die neuesten Spekulationen deutscher Medien über sein angeblich bevorstehendes Karriereende mit Kopfschütteln. "Wenn eine Zeitung so einen Blödsinn schreibt, ziehen alle anderen nach. Dafür kann ich nichts", sagte der 33 Jahre alte Rheinländer sichtlich genervt bei der offiziellen Pressekonferenz des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA). Schumachers Vertrag mit der Scuderia läuft noch bis Ende 2004.

Für eben so unsinnig hält Schumacher die vor dem Großen Preis von San Marino an diesem Sonntag zum x-ten Mal aufgetischten Gerüchte über eine Ablösung seines Teamkollegen Rubens Barrichello. "Rubens ist sehr schnell", lobte er den nach drei Saisonrennen noch punktlosen Brasilianer. "Außerdem entscheidet Jean Todt über die Fahrerfrage."

Der Ferrari-Sportdirektor hatte am Vormittag erklärt: "Die Medien haben alles erfunden und ich will Erfindungen nicht kommentieren. Wir sind mit unseren Piloten sehr zufrieden, warum sollten wir sie auswechseln." Barrichello, den das ständige Infragestellen seiner Zukunft bei den Roten sichtlich nervt, meinte: "Wenn Ferrari mich nicht mehr wollte, würden sie es sagen. Diese ständigen Spekulationen sind reiner Blödsinn."

Äußerst friedlich ging es auf dem Podium zwischen den beiden Streithähnen Michael Schumacher und Montoya zu. Sie waren auf der Piste von Sepang und Sao Paulo aneinander geraten, verzichteten aber in Imola auf eine verbale Fortsetzung des Duells. "Michael fuhr in Brasilien meinen Frontflügel ab", wiederholte der Kolumbianer seine Sichtweise, allerdings in moderatem Ton.

In Sao Paulo hatte der Heißsporn noch vor Wut geschäumt und seinem Rivalen böse Absicht unterstellt. "Die Rennkommissare haben es als Unfall bewertet. Es ist gut zu wissen, dass man so agieren kann", ließ er jetzt offen, ob es im Autodromo Enzo e Dino Ferrari zu einem Revanchefoul kommen könnte. "Mal schauen, was hier passiert. Ich will mein Rennen zu Ende fahren. Aber wenn es passiert, passiert es halt." Schumacher hat jedenfalls keine Angst, dass ihm der Kolumbianer in die Karre krachen könnte. "Ich befürchte nicht, dass sich die Unfälle zwischen Montoya und mir fortsetzen", sagte er gelassen. "Wir wollen beide ins Ziel kommen."

Der Kerpener beharrte ebenfalls auf seinem Standpunkt, dass ihn der Williams-BMW-Konkurrent in Brasilien von hinten berührt und dabei den Frontflügel verloren habe. Seinen wegen ausgebliebener Attacken als "Weichei" verspotteten Bruder Ralf nahm "Schumi I" ausdrücklich in Schutz. "Diese Kritiker sind doch noch nie ein Formel-1-Auto gefahren", sprach er diesen Kommentatoren die Fähigkeit zu einem objektiven Urteil ab. "Es ist nicht so einfach zu überholen."

Dafür müsse der Verfolger um einiges schneller als der Vordermann sein. "Ich hätte Ralf in Sao Paulo genau so wenig überholen können." Für den Großen Preis von San Marino sind die Ferrari - und die Williams-BMW-Piloten zuversichtlich. "Wir haben hier gute Chancen", sagte Schumacher, der am Sonntag seinen 97. Grand Prix für Ferrari bestreitet und damit den bisherigen Rekordhalter Gerhard Berger überflügelt. Montoya sagte: "Wir haben ein konkurrenzfähiges Auto." Ralf Schumacher hatte die Weiß-Blauen schon im Vorfeld als Favoriten bezeichnet.

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