Zeitungshaus will sich an Auffanggesellschaft beteiligen
Springer schielt auf den Fernsehmarkt

Dem Berliner Axel Springer Verlag kommt die Insolvenz der Kirch-Media nicht ungelegen: Europas größtem Zeitungshaus (Bild, Hörzu, Hamburger Abendblatt) bietet sich nun die Chance, im deutschen Fernsehgeschäft wieder stärker Fuß zu fassen.

lip HAMBURG. Mehrfach hatte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner bedauert, dass das Verlagshaus bis auf die rund 11,5 %ige Beteiligung an Pro Sieben Sat 1 Media über kein attraktives Standbein im Fernsehgeschäft verfügt. Dem Zeitungskonzern wäre hierdurch der Weg verbaut, die gesamte Wertschöpfungskette von Print, Multimedia und TV abzudecken.

Nun erwägt der Medienriese nach Informationen aus Firmenkreisen offenbar, sich eine strategische Position bei der Auffanggesellschaft für die Kirch Media zu sichern. Eine Sprecherin von Springer wollte hierzu keine Stellung nehmen. Intern heißt es aber, dass Springer den Plan nicht unter allen Bedingungen umsetzen will. Entscheidend für ein Engagement sei vor allem, ob in die Auffanggesellschaft möglicherweise auch nicht profitable Bereiche des Kirch-Konzerns eingebracht werden sollen.

Dass Springer Interesse an einer Auffanggesellschaft zeigt, liegt vor allem daran, dass trotz der Pleite von Kirch Media die Put-Option des Springer-Verlags nicht in die Insolvenzmasse eingeht. Damit hofft der Zeitungsriese noch einen Teil seiner Forderung an Kirch von insgesamt mehr als 760 Mill. Euro realisieren zu können, indem er sich einen Anteil an der Auffanggesellschaft sichert. Unklar ist nur, ob der Insolvenzverwalter die Put-Option auch als Vermögenswert anerkennt.

Sollte für Springer die Rechnung aufgehen, könnte der Verlag ferner seinen Anteil bei Pro Sieben Sat 1 Media mittelfristig zu einer Schachtelbeteiligung ausbauen. Dies dürfte aber nur über eine höhere Verschuldung erfolgen. Ob der Aufsichtsrat hierbei mitspielt, ist offen. Denn Döpfner hatte erst vor kurzem bekannt gegeben, dass das Geschäftsjahr 2002 nicht rosig ausfallen werde. Eine Kapitalerhöhung bei Springer für eine Rettung des Kirch-Imperiums ist eher unwahrscheinlich. In diesem Fall würde die Großaktionärin Friede Springer die Mehrheit verlieren.

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