Zeitungskrieg zwischen Schibsted und Dumonat Schauberg Verlag
Kölner Gericht wird Gratiszeitungen offenbar zulassen

Reuters KÖLN. Im so genannten Zeitungskrieg von Köln hat der norwegische Verlag Schibsted als Herausgeber einer kostenlosen Tageszeitung einen wichtigen Sieg errungen. Nach der mündlichen Verhandlung am Freitag gingen alle Seiten davon aus, dass das Oberlandesgericht (OLG) Köln kostenlose Zeitungen für zulässig erklären wird. "Die Tendenz des Gerichts geht eindeutig in diese Richtung", sagte , Sprecher des Verlages M. Dumont Schauberg, Hasso Graf Bülow, der gegen die Schibsted-Zeitung "20 Minuten Köln" geklagt hatte. Das OLG hatte bereits mit einer früheren einstweiligen Verfügung in diese Richtung entschieden. Das endgültige Urteil wird am 11. Mai erwartet.

Vertreter des M. Dumont Schauberg-Verlages zeigten sich enttäuscht über die Haltung des Gerichts und kündigten an, in nächster Instanz vor den Bundesgerichtshof zu ziehen. Dieser habe 1996 mit einer Entscheidung gegen die kostenlose Verteilung von Zeitungen eine gänzlich andere Rechtsauffassung an den Tag gelegt. Der Vorstandsvorsitzende der Schibsted AG Deutschland, Volker Flasse, sagte nach der Verhandlung, er fühle sich in seiner Ansicht bestätigt, dass kostenlose Tageszeitungen die Presselandschaft nicht gefährdeten. Flasse wollte nicht bestätigen, dass Schibsted jetzt kurzfristig die Einführung von kostenlosen Zeitungen in weiteren deutschen Großstädten plant. Auch angebliche Gespräche mit dem Axel Springer Verlag in diesem Zusammenhang wollte er nicht kommentieren.

M. Dumont Schauberg geht davon aus, dass Schibsted schon bald in Düsseldorf aktiv werden wird, wo die Dumont-Zeitung "Express" erscheint. "Für diesen Fall werden wir auf jeden Fall zu Gegenmitteln greifen", sagte Bülow. Vorstellbar sei zum Beispiel die Verbreitung einer eigenen kostenlosen Zeitung nach Kölner Vorbild.

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