Zeitweise über 1,10 Dollar
Euro setzt Höhenflug fort

Der Euro ist am Mittwoch erstmals seit März 1999 zeitweise über die Marke von 1,10 Dollar geklettert. Händler begründeten die Dollarschwäche mit Äußerungen des US-Finanzministers John Snow am Dienstag, die an den Märkten zu Spekulationen über eine Abkehr der USA von der Politik des starken Dollars geführt hatten.

Reuters FRANKFURT. "Der Markt hat die Aussagen Snows zunächst so interpretiert, als wären die USA an einem starken Dollar nicht mehr interessiert", sagte Stefan Schilbe, Chefvolkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Snow hatte am Dienstag in Washington zu Journalisten mit Blick auf die jüngste Kursschwäche der US-Währung gesagt: "Ich bin nicht besonders besorgt darüber." Es gebe keine ungewöhnlichen oder gar alarmierenden Bewegungen.

"Der Dollar steigt mal etwas und sinkt mal." Der Dollar hatte darauf bereits im späten New Yorker Handel und frühen Tokioter Handel mit Kursabschlägen reagiert. Ein Sprecher des US-Finanzministeriums hatte Snows Aussagen später relativiert und gesagt, der Minister trete weiterhin für einen starken Dollar ein.

Gegen Mittag kostete ein Euro 1,0950 Dollar, nachdem er bei 1,0889 Dollar aus dem New Yorker Handel gegangen war. Die Europäische Zentralbank legte den Kurs des Euro am Nachmittag bei 1,0966 (Vortag 1,0919) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0973 (1,0910) Dollar festgelegt.

"Eine langsame Abwertung des Dollar über einen längeren Zeitraum wäre nicht so schlimm. Probleme an den Finanzmärkten könnte es aber durch einen freien Fall des Dollar geben. Der könnte ausgelöst werden durch einen möglichen Krieg in Irak, der länger dauert als Investoren erwarten", sagte Schilbe. Vor dem Hintergrund eines möglichen Irak-Krieges und der eventuellen negativen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft steht der Dollar bereits seit längerer Zeit unter Druck. "Zeichnet sich ab, dass die USA einen Krieg ohne breite Unterstützung führen werden, kommt der Dollar nochmals deutlich unter Druck", sagte ein Frankfurter Devisenhändler.

Die USA streben eine Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UNO) an, in der Irak ein Bruch der Uno-Abrüstungsauflagen bescheinigt wird. Die USA drohen Irak seit längerem mit Krieg, sollte das Land den Uno-Abrüstungsforderungen nicht nachkommen. Die USA setzten zudem ihren Truppenaufmarsch in der Golfregion fort.

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