Zeitweise vom Handel ausgesetzt
Offenbar Bilanz-Tricks bei Vivendi

Die schlechten Nachrichten von Vivendi reißen nicht ab. Der Mischkonzern soll versucht haben, den Nettogewinn in der Bilanz 2001 um 1,5 Milliarden Euro aufzublähen.

vwd PARIS. Vivendi Universal habe rund 400 Millionen Aktien des britischen Bezahlfernsehsender British Sky Broadcasting (BskyB) beziehungsweise 96 Prozent des Anteils an dem Unternehmen bei einem Finanzinstitut geparkt, um die Vorschriften der EU-Kommission hinsichtlich der Fusion von Vivendi, Canal Plus und Seagram zu erfüllen, schreibt "Le Monde".

Bei einem Treffen mit der Börsenaufsicht Commission des Operations de Bourse (COB) sowie ihren Wirtschaftsprüfern von Andersen und Salustro habe das Unternehmen dann über die Verbuchung des Anteils entschieden.

Die Einbeziehung lasse den Nettogewinn um 1,5 Milliarden Euro steigen und senke das Schuldenniveau. Zwar verböten die französischen Vorschriften die "Dekonsolidierung" von Aktiva wie in diesem Fall, dennoch habe Vivendi entschieden, den BSkyB-Anteilsverkauf in der Bilanz 2001 zu verbuchen.

Es handele sich um eine sehr ausgeklügelte Bilanzierung, sagte ein Sprecher der COB "Le Monde". Sie habe es dem Unternehmen erlaubt, sowohl von französischen Vorteilen bei der Bilanzierung als auch von entsprechenden US-Möglichkeiten zu profitieren, darüber hinaus aus von britischen Steuervorteilen.

Die Aktie brach an der Pariser Börse im Mittagshandel um 34,31 Prozent auf 15,70 Euro ein. Die Papiere wurden zeitweise vom Handel ausgesetzt.

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