Zensur der Kommunisten
China blockiert Nachrichtenseiten im Internet

Die chinesische Regierung hat am Montag erneut ausländische Nachrichtenangebote im Internet blockiert, die erst in der vergangenen Woche freigeschaltet worden waren.

Reuters PEKING. Die Seiten der Nachrichtenagentur Reuters, des US-Fernsehsenders CNN und der britischen BBC sind damit aus China nur noch über im Ausland stationierte Server, so genannte Proxies, zu erreichen. China hatte diese Angebote unmittelbar vor dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC) am Wochenende in Schanghai vorübergehend für einen ungehinderten Zugriff freigegeben. An dem Treffen hatte auch US-Präsident George W. Bush teilgenommen. Chinesischen Behörden waren am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen oder lehnten sie ab.

"Es ist klassisch, dass wieder blockiert wurde, sobald Bush sich auf den Weg gemacht hatte", sagte Duncan Clark, Chef der Pekinger Telekommunikationsfirma BDA China Ltd. Allerdings sei es bedeutsam, dass die Seiten noch über Proxies aufgerufen werden können. Internet-Proxies sind meist von Zugangsanbietern betriebene Server, auf denen besonders häufig aufgerufene Inhalte zur Entlastung des Online-Verkehrs zwischengespeichert werden. Um sie zu nutzen, müssen Computer-Besitzer aber deren Adressen kennen und ihre Web-Browser entsprechend einstellen. "Es ist ein beständiger Kreis aus hartem Durchgreifen und Erleichterungen. Aber die Zensur aufzuheben ist bestimmt das Letzte, was die Kommunisten tun würden, bevor sie das Licht ausmachen", sagte Clark.

Die Blockade westlicher Nachrichtenangebote in China ist nicht umfassend. Bereits vor einigen Wochen war ohne öffentliche Erklärung die Internet-Seite der US-Zeitung "The New York Times" freigeschaltet worden. Die Nachrichten von Reuters sind über die auch in China zugänglichen Seiten von Yahoo.com und die Web-Site der Zeitung "International Herald Tribune" zugänglich. Auch während des APEC-Treffens blieb die Seite der Glaubensbewegung Falun Gong gesperrt. China sieht in Falun Gong eine Bedrohung des Kommunismus und einen "bösartigen Kult". In China, wo es etwa 20 Millionen Internet-Nutzer gibt, wird der Zugang zum World Wide Web durch das staatliche Informationsbüro reguliert.

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