"Zentrale strategische Entscheidung"
Neues TUI-Logo soll Preussag "unverwechselbares Gesicht" geben

Tiefrot, geschwungener Halbkreis, ein kurzer Querbalken und ein fetter Punkt: Das neue TUI-Logo lächelt. Mit der Marke "World of TUI" und einem neuen Logo auf Katalogen, in Reisebüros, auf den Flugzeugen, Bussen, Fahnen und Visitenkarten will der weltgrößte Reisekonzern Preussag künftig den Menschen weltweit ein "Lächeln in die Gesichter" zaubern, wie Preussag-Vorstandschef Michael Frenzel am Donnerstag in Hannover ankündigte.

dpa HANNOVER. Mit Kosten von gut 90 Mill. ? (176 Mio DM) in den nächsten drei Jahren werden künftig die rund 200 Marken der Tourismus-Sparte des Konzerns zusammengefasst. Frenzel ließ keine Zweifel zu: "Eine Investition, von der wir sicher sind, dass sie sich rechnet." In naher Zukunft soll auch der alte Name Preussag einem neuen weichen, der "eher TUI" lauten werde, sagte Frenzel. Rund zwei Monate nachdem der schärfste Konkurrent der Preussag im Reisemarkt von C&N Touristic in Thomas Cook umbenannt wurde, machten die Hannoveraner die "zentrale strategische Entscheidung" öffentlich.

Beim Umbau der Preussag von einem Mischkonzern aus Stahl, Gebäudetechnik und Werften zum Reiseriesen kaufte Frenzel in den vergangenen Jahren in vielen Ländern kräftig zu: Veranstalter, Fluglinien, Hotels. In 14 Ländern sind Preussag-Töchter Marktführer, 22 Millionen Kunden werden betreut. Was bislang fehlte, war die verbindende Klammer. "Wer eine Nummer-Eins-Position innehält und ausbauen will, braucht ein unverwechselbares Gesicht." Und "World of TUI" werde die "einheitliche Familienzugehörigkeit" zeigen.

Vom TUI-Flugzeug mit dem TUI-Bus zum TUI-Liegestuhl

Zwar werden die Namen der Töchter, wie etwa Hapag-Lloyd Flug oder Thomson Travel, erhalten bleiben. In ihrer Präsentation aber werden sie zum Teil radikal umgebaut. Die Reisebüros werden umgestaltet. Die Ferienflieger von Hapag-Lloyd werden künftig überwiegend hellblau sein, an der Seite das neue Logo, dazu der tiefrote neue Schriftzug Hapag Lloyd. Die Flugzeuge der Charterlinie Britannia sehen denen zum Verwechseln ähnlich, nur steht Britannia neben dem Lächel-Logo.

Kommt der Urlauber dann aus dem Flugplatz-Gebäude in seinem Urlaubsziel, sieht er das Zeichen auf dem Bus, der ihn zum Hotel bringt, das auch zur "World of TUI" gehört. Vermutlich wird eine Fahne vor der Tür wehen. Am Pool wartet dann schon der Liegestuhl mit dem entsprechenden Handtuch - selbstverständlich auch mit dem von der Kölner Agentur Interbrand entworfenen Lächeln.

Frenzel stellte klar, dass nicht alle Töchter das Markenzeichen aufgedruckt bekommen. Der Last-Minute-Anbieter L'TUR oder auch bei der Marke 1-2-Fly wird ein Bezug zur TUI-Reisewelt nicht erkennbar sein. Bei ausgeprägten Marken, etwa beim Nobel-Clubveranstalter Robinson, wird es nur unten auf der Katalog-Ecke dezent lächeln.

"TUI" hat Potenzial zur globalen Marke

Wenn der Tourismus rund 80 % des Geschäftes ausmacht, sieht Frenzel auch den Zeitpunkt gekommen, aus der "Preussag die TUI" zu machen. Diesen Vorschlag wolle er erst dem Aufsichtsrat und dann den Aktionären bei der Hauptversammlung im nächsten Frühjahr machen und einen konkreten Zeitplan vorlegen. Internationale Tests hätten ergeben, dass nur der Name TUI das Potenzial zur globalen Marke besitze. "Bei Emotionalität und Sympathie schnitt TUI mit Abstand am besten ab."

Dass das Lach-Gesicht einige Journalisten am Donnerstag an ein Werbelogo der Grünen erinnerte, brachte seinerseits Frenzel zum Lachen. Nein, stellte er klar, daran sei nicht gedacht worden, es sei auch nicht beabsichtigt. Diesen Zusammenhang hätte es in den Tests auch nicht einmal gegeben.

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