Zentrifuge entkernt Zelle
Klonen automatisiert

Auf einem kleinen Stück Silizium könnten in Zukunft Hunderte von Eizellen gleichzeitig entkernt werden, um sie dann mit neuer Erbinformation zu "bestücken". Die Methode würde den zeitaufwendigsten Schritt beim Klonen, den Forscher heute mit winzigen Pinzetten per Hand durchführen, enorm beschleunigen.

wsa LONDON. US-Forschern gelang das "automatisierte Entkernen" bisher mit den Eizellen von Seegurken. Nun wollen sie es auch an Rinder-Eizellen zum Erfolg bringen. Erklärtes Ziel ist es, hochwertige Nutztiere einfacher und billiger klonen zu können. Doch auch für Menschen ließe sich das Verfahren theoretisch anwenden.

Die Forscher der kalifornischen Firma Aegen Biosciences nutzen für ihre neue Methode einen einfachen physikalischen Trick, berichtet das britische Wissenschaftsjournal "New Scientist". Sie platzieren 30 bis 50 Eizellen in winzigen Mulden auf einer kleinen Siliziumplatte. Am Boden jeder Mulde befindet sich ein mikroskopisch kleines Loch, gerade groß genug für den Zellkern. Nun wird die Platte in einer Zentrifuge zum Schleudern gebracht, bis die Fliehkraft den relativ schweren Zellkern aus der Zellhülle heraus und durch das Loch gedrückt hat.

Rund 90 % der Eizellen ließen sich so erfolgreich entkernen, zitiert "New Scientist" die Aegen-Gründer Richard Kuo und Gregory Baxter. Als nächsten Schritt planen die Forscher, auch die Befruchtung der entkernten Zellen zu automatisieren. Dabei lägen die Spenderzellen mit dem gewünschten Erbgut in den Mulden einer identischen Siliziumplatte. Direkt über der ersten Platte positioniert, würden diese Zellkerne durch die Löcher in die entkernten Hüllen gedrückt, um mit ihnen zu verschmelzen.

Heutzutage ist das Verfahren per Hand nicht nur sehr zeitaufwendig, es hat auch sehr niedrige Erfolgsquoten. Im Schnitt werden 150 Eizellen einzeln entkernt, bevor sie einen neuen Inhalt bekommen. Daraus entwickelt sich im besten Fall die Hälfte bis zu dem Punkt, wo sie in eine Gebärmutter verpflanzt werden können, und nur ein Zehntel dieser Embryonen überlebt bis zur Geburt.

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