Zeppelin an die Börse - Hohes Risiko
Cargolifter schwebt an die Frankfurter Börse

mm FRANKFURT/M. Ferdinand Graf von Zeppelin hat seinen legitimen Nachfolger gefunden. Genau 100 Jahre nach dem Aufstieg des ersten Luftschiffs aus der Werft des württembergischen Adligen tritt die Berliner Cargolifter AG zum Gang in den amtlichen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse an. Cargolifter entwickelt zurzeit den Prototyp eines Luftschiffs, das ab 2003 Schwertransporte durch die Luft tragen soll. Bis zu 160 Tonnen soll das 260 Meter lange und 65 Meter dicke Luftschiff 10 000 Kilometer weit transportieren können.

Vorstandschef Carl von Gablenz sieht "ein fast unbegrenztes Potenzial" für seine Idee. Mit dem Cargolifter würden Transporte möglich, die bisher als technisch nicht machbar oder wirtschaftlich unsinnig gegolten hätten, erläuterte von Gablenz. Der Vorstandsvorsitzende zitierte Marktstudien, die den Luftschiffen ein Frachtpotenzial von bis zu 3 Mill. Tonnen jährlich zusprechen. Derzeit baut das Unternehmen südlich von Berlin die weltweit größte freitragende Halle, in der ab 2004 die Serienproduktion der Luftschiffe starten soll. Cargolifter hat bereits vor dem Börsengang, der bis zu 130 Mill. Euro in die Kassen spülen soll, kräftig Kapital eingesammelt. Bei insgesamt 3 Privatplatzierungen beteiligten sich 16 000 Aktionäre mit insgesamt 165 Mill. Euro. Bei der letzten Platzierung kosteten die Aktien 15 Euro. Jetzt kommen die Papiere für 14 Euro bis 18 Euro an die Börse. Wobei sich Cargolifter vorbehält, die Spanne je nach Marktlage um bis zu 10 % aufzustocken. Damit liegt der Preis über der Schätzung der im Konsortium vertretenen Bayerischen Landesbank. Die Analysten sehen den fairen Wert bei 12,50 Euro bis 17,50 Euro. Bislang hat das Unternehmen noch Projektcharakter.

Erich Coenen, Vorstand des Konsortialführers Commerzbank, wies denn auch explizit auf das hohe Risiko hin: "Es gibt Gefahren, die im schlimmsten Fall zum Verlust des gesamten Kapitals führen können". Eine Warnung, der sich die Bayerische Landesbank anschließt. Mit schwarzen Zahlen rechnen Analysten erst im Geschäftsjahr 2004/2005. Seit Gründung von Cargolifter 1996 sind Verluste von rund 66 Mill. Euro aufgelaufen.

Zumindest ein Risiko können die Anleger aber ausschließen. Ein Schicksal wie dem Zeppelin Hindenburg, der 1937 in Flammen aufging, wird den Cargolifter-Luftschiffen erspart bleiben. Sie fliegen mit nicht brennbarem Helium.

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