Zertifikat unter der Lupe: Absicherung verleiht Goldzertifikat Charme

Zertifikat unter der Lupe
Absicherung verleiht Goldzertifikat Charme

Der Goldpreis dürfte künftig wieder nach oben ziehen. Wer in das Edelmetall investieren will, dem bieten sich Zertifikate an.

FRANKFURT/M. Gold ist am Mittwoch weiter eingebrochen. Das gelbe Metall, das kürzlich noch über 375 Euro lag, notierte im Londoner Nachmittagsfixing nur noch bei 356 Dollar je Feinunze.

Doch viele Experten sind sich einig: Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Irak und die Verluste an den Aktienmärkten dürften den Goldpreis bald wieder nach oben ziehen. Folglich bieten sich dem Anleger jetzt wieder Einstiegschancen. Wer sich keine Goldbarren in den Keller legen will, der kann auf Zertifikate auf das Edelmetall zurückgreifen.

Jetzt hat ABN Amro ein Papier auf den Markt gebracht, das eine Absicherung gegen Schwankungen des Dollarkurses enthält. Stefan Gresse von ABN Amro erklärt, wie wichtig ein solcher Hedge ist: "Seit Anfang des Jahres 2002 ist der Goldpreis um über 30 Prozent gestiegen. Währungsbereinigt verbleibt lediglich ein Gewinn von 13 Prozent." Historisch betrachtet bestehe eine "negative Korrelation" zwischen Goldpreis und Dollar, das heißt, ein steigender Goldpreis gehe mit einem sinkenden Dollarkurs einher.

Das "Quanto"-Zertifikat auf den Goldkurs fixierte den Wechselkurs bei Emission - am 31. Januar wurde der Kurs des Dollars gegenüber dem Euro auf 1:1 festgelegt. Damit ist das Investment gegen die Dollarschwäche immun. Zum Laufzeitende wird dem Inhaber der Papiere der Goldpreis in Euro ausgezahlt.

Die Kosten für den Währungs-Hedge liegen nach Angaben der Bank bei 0,8 Prozent pro Jahr - das ist nach Einschätzung von Beobachtern eine angemessene Höhe. Ebenso sei auch der Spread - also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis - von zwei Prozent angemessen, meint etwa Dirk Schernikau vom Spütz Börsenservice. Er findet einen anderen Punkt problematisch: Seiner Einschätzung nach hat der Goldpreis gegenwärtig nicht mehr viel Aufwärtspotenzial.

Mehrere Experten sehen dies aber anders: So erwartet Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Leiter des Edelmetall- und Rohstoffhandels bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, höhere Kurse im ersten Quartal. Bei zwei möglichen Entwicklungen der Irak-Krise - wenn es keinen oder nur einen kurzen Krieg gibt - könnte zwar eine kurzfristige Konsolidierung anstehen. Dann entfällt eine "Angstprämie" von bis zu 25 Dollar je Feinunze. Die Untergrenze eines Preisrückschlags liege dann bei 340 Dollar. Doch der Experte meint, in den nächsten Monaten könnte der Preis durchaus bis auf 400 Dollar je Feinunze steigen: "Denn Investoren fragen Gold weiterhin als Versicherung fürs Depot nach." Allerdings betont Wrzesniok-Roßbach, dass sich der Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte vermutlich abschwächen werde, etwa auf 370 Dollar je Feinunze.

Langfristig werde die Notierung aber durch ein gutes fundamentales Umfeld gestützt. Dabei bezieht sich der Experte sich unter anderem auf die sinkende Produktion. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre seien die Ausgaben zur Exploration neuer Goldvorkommen deutlich gesunken, folglich gebe es noch nicht so viele neue Goldfunde, die ausgebeutet werden könnten. Dazu komme ein geringerer Verkaufsdruck seitens der Zentralbanken: Die europäischen Zentralbanken haben sich 1999 verpflichtet, jährlich nicht mehr als 400 Tonnen Gold zu verkaufen.

Abgesehen davon: Falls der Goldpreis auf 350 Dollar falle, dürfte die Nachfrage in Indien, Pakistan und Südostasien wieder steigen und dem Goldpreis Auftrieb verleihen, sagt der Experte von Dresdner Kleinwort Wasserstein. ABN Amro ergänzt ein weiteres Argument für die Anlage in Gold: Das Edelmetall sei in der Asset Allocation sowohl privater als auch institutioneller Anleger immer noch untergewichtet.

Auch aus charttechnischer Sicht sind die Aussichten für das Edelmetall gut: Charttechniker Wieland Staud zufolge könnte jetzt bei Gold zwar eine kurzfristige Konsolidierung bis auf 350 Dollar je Feinunze bevorstehen, doch langfristig dürfte das Edelmetall steigen. Staud sagt mit Hilfe der Elliott-Wellen-Theorie einen Anstieg auf 480 Dollar bis 490 Dollar je Feinunze voraus, ergänzt aber, dass solch ein Höhenflug womöglich erst im nächsten Jahr bevorstehe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%