Zertifikate-Baukasten
Planwirtschaft

Die Krise der internationalen Finanzmärkte ist noch lange nicht ausgestanden. Schutz vor Kursverlusten bieten in solchen Phasen nur wenige Finanzinstrumente. Doch durch die gezielte Kombination verschiedener Zertifikatetypen lassen sich die Risiken einer Anlage zumindest genau eingrenzen. Wichtig dabei ist die richtige Mischung.

Der Januar 2008 war kein guter Monat, jedenfalls nicht für Anleger. Deren Nervenkostüm wurde in den ersten Wochen heftig strapaziert, denn die Börsen Asiens, Europas und Amerikas fuhren Achterbahn. Der Wert des deutschen Aktienindex Dax schmolz in den ersten vier Wochen des Jahres von über 8 000 Punkten auf zwischenzeitlich unter 6 500 Punkte zusammen. Und die Turbulenzen scheinen noch lange nicht ausgestanden. Schutz vor Kursverlusten bieten in solchen Phasen nur wenige Finanzinstrumente. Doch mit dem richtigen Zertifikate-Mix lässt sich das Risiko eingrenzen.

"Gefragt sind derzeit vor allem Garantiezertifikate", bestätigt Lars Brandau, designierter Geschäftsführer des Deutschen Derivateverbandes. "85 Prozent aller derzeit verkauften Zertifikate bieten eine Kapitalgarantie oder zumindest einen Teilschutz." Beispiele dafür sind etwa sogenannte Rainbow-Zertifikate: Sie versprechen zum Ende der Laufzeit zwar keine Schüssel voll Gold, dafür aber eine optimierte Rendite verschiedener Anlageklassen. Lock-In-Zertifikate beispielsweise sichern einen Teil des einmal erreichten Gewinns ab, und mit Twin-Win-Zertifikaten lässt sich Geld verdienen, wenn die Kurse des jeweiligen Basiswertes fallen. Die Vielfalt der Papiere ist mittlerweile nahezu unüberschaubar. Gemeinsam ist den meisten Zertifikatetypen nur eines: Garantierte Gewinne gibt es nicht. Selbst sogenannte Garantiezertifikate sind nicht wirklich zu 100 Prozent sicher. Denn am Ende der Laufzeit wird nur die Rückzahlung des Emissionspreises zugesagt. Der Ausgabeaufschlag von bis zu zwei Prozent ist da nicht miteingerechnet, und bei fünf bis sechs Jahren Laufzeit fallen im schlechtesten Fall Inflationsverluste an. Selbst Lock-In-Zertifikate bieten nur eine begrenzte Sicherheit: Hier wird zwar die Verlustgrenze immer wieder optimiert, Verluste werden aber nicht vollkommen ausgeschlossen. Anleger auf der Suche nach Sicherheit müssen trotzdem nicht verzweifeln. Denn Renditegarantien sind keine Hexerei.

"Wenn Sie an der Börse alle Risiken ausschließen, gibt es zwar keine unbegrenzten Gewinnmöglichkeiten", sagt Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau, "doch Investoren, die gezielt verschiedene Zertifikatetypen mit aufeinander abgestimmten Kennzahlen kombinieren, können ihre Risikogrenzen selbst festlegen." Mit wenigen Zutaten aus dem Zertifikatebaukasten werden Anleger so zu Konstrukteuren wetterfester Anlagestrategien.

Die nachfolgenden Beispiele lassen sich nach Belieben verfeinern oder auch für defensive Strategien nutzen. Als Basisinvestment eignen sich immer Discountzertifikate, denn der auf den Basiswert gewährte Rabatt kann in Hebelprodukte investiert werden, die für mehr oder weniger Gewinngarantie sorgen. Statt in Discount-Calls, wie im dritten Baukasten gezeigt, können Anleger auch in Discount-Puts investieren und so auf fallende Dax-Werte setzen. Der Vorteil solcher Produktkombinationen: Gewinn- und Verlustgrenzen lassen sich scharf definieren.

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