Zeuge gab Bezahlung zu
Berlusconi-Verteidiger soll Zeugen bestochen haben

Der italienische Rechtsanwalt und Abgeordnete Gaetano Pecorella, der auch Verteidiger von Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist, soll einen Zeugen bestochen haben.

HB/dpa ROM. Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Brescia habe deshalb formell Ermittlungen gegen Pecorella aufgenommen, berichteten italienische Zeitungen am Donnerstag. Sie stütze sich auf die Angaben eines Zeugen. Dieser habe zugegeben, gegen Bezahlung einen von Pecorella verteidigten Rechtsextremisten entlastet zu haben, der wegen eines 1969 verübten Anschlags auf eine Mailänder Bank zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist.

Bei dem Attentat waren 16 Menschen ums Leben gekommen. Der Rechtsextremist Delfo Zorzi wurde deshalb im Vorjahr in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Zorzi lebt seit Jahren in Japan, von wo er nicht nach Italien ausgeliefert werden kann.

Pecorella, der auch Vorsitzender des Justizausschusses in der italienischen Abgeordnetenkammer ist, hat die Vorwürfe entschieden zurück gewiesen. Es handele sich nur um einen Versuch, ihn zu diskreditieren, wurde er in den Medien zitiert.

Die Abgeordnetenkammer wird im September ein umstrittenes Gesetz behandeln, das die Verlegung von Prozessen erleichtern soll. Der von Pecorella verteidigte Berlusconi könnte davon profitieren, da er die Verlegung eines gegen ihn laufenden Korruptionsprozesses in Mailand verlangt hat. Der Senat hat als erste Parlamentskammer dem Gesetz bereits zugestimmt.

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