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Zeuge: Motassadeq traf Bin Laden in Afghanistan

Der mutmaßliche Terrorhelfer Mounir El Motassadeq soll nach Aussage eines Zeugen den El-Kaida-Führer Osama bin Laden in Afghanistan getroffen haben. Das sagte ein angeblicher Ex-Leibwächter Bin Ladens am Dienstag vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG).

dpa HAMBURG. Der mutmaßliche Terrorhelfer Mounir El Motassadeq soll nach Aussage eines Zeugen den El-Kaida-Führer Osama bin Laden in Afghanistan getroffen haben. Das sagte ein angeblicher Ex-Leibwächter Bin Ladens am Dienstag vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG).

Der Top-Terrorist habe im Sommer 2000 in einem Trainingslager des Terrornetzwerkes nahe Kandahar eine Rede in einer Moschee gehalten. Motassadeq sei unter den rund 40 Zuhörern gewesen.

Der angeklagte Marokkaner hatte die Schießausbildung in Afghanistan in früheren Aussagen eingeräumt, jedes Zusammentreffen mit Bin Laden aber bestritten. Motassadeq werden im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 Beihilfe zum Mord in mehr als 3 000 Fällen und Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen.

Bei dem Zeugen handelt es sich um einen 28-jährigen Jordanier, der nach einem Schuldspruch des Düsseldorfer Oberlandesgerichts eine vierjährige Haftstrafe wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung Al Tawhid verbüßt. Er sagte, Bin Laden habe in Afghanistan offen gegen Amerika gehetzt. Über einen Dritten habe er sogar von einer Ankündigung des El-Kaida-Chefs gehört, wonach ein "harter Schlag bevorstehe", bei dem das Rückgrat der USA getroffen und tausende von Menschen sterben sollten. Konkrete Hinweise auf die Anschläge vom 11. September habe er aber nicht bekommen.

Im Camp habe er neben Motassadeq und dem Terrorverdächtigen Abdelghani Mzoudi auch den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Ramzi Binalshibh, getroffen. Dieser habe zu den Bin-Laden-Vertrauten gehört und sei mit Motassadeq befreundet gewesen. Was der Angeklagte in dem Ausbildungslager gemacht habe, könne er aber nicht sagen.

Grundsätzlich seien in dem Lager neben den Lehrgängen zum Umgang mit Waffen und Sprengstoff auch ideologische Schulungen an der Tagesordnung gewesen. "Es wurde eine Art Gehirnwäsche gemacht", sagte der Jordanier. Er befindet sich in einem Zeugenschutzprogramm, so dass bei seiner Befragung verschärfte Sicherheitsmaßnahmen galten.

Das Hanseatische Oberlandesgericht hatte Motassadeq in einem ersten Prozess 2003 zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber auf und verwies den Fall nach Hamburg zurück.

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