Zeugen aus dem Umfeld der Männer sollen vernommen werden
Anklage im Mordfall Tom und Sonja lässt auf sich warten

Nach den Geständnissen im Mordfall Tom und Sonja rechnet die Aachener Staatsanwaltschaft frühestens in zwei Monaten mit einer Anklageerhebung. "Ich denke, dass das mindestens noch zwei, drei, wenn nicht vier Monate dauert", sagte Staatsanwalt Alexander Geimer am Dienstag.

HB/dpa AACHEN. Bei den Ermittlungen werde überprüft, ob die mutmaßlichen Mörder weitere Tötungsdelikte begangen haben. Der 28- jährige Markus Wirtz und der 33 Jahre alte Markus Lewendel hatten am vergangenen Freitag gestanden, die neun und elf Jahre alten Geschwister aus Eschweiler (Nordrhein-Westfalen) getötet zu haben.

Die Ermittlungen konzentrierten sich unter anderem auf den Nachweis von Mordmerkmalen wie Heimtücke oder niedere Beweggründe, sagte Geimer. Dazu sollen Zeugen aus dem Umfeld der Männer vernommen werden. Ziel sei es, das Verhalten der Verdächtigen "vor, während und nach den Taten" zu klären. Zum Ablauf der Morde machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Die Polizei werde prüfen, ob die Männer andere Tötungsdelikte begangen haben. Dabei könnte der gewaltsame Tod einer elfjährigen Schülerin aus Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen) eine Rolle spielen. Das Mädchen war 1996 erwürgt oder erdrosselt an der Autobahn A 1 gefunden worden. Bei den Ermittlungen im Fall Tom und Sonja war der ungeklärte Tod der Schülerin Gegenstand eines routinemäßigen Abgleichs der Polizei. Ein Ergebnis wurde nicht bekannt.

Die Geschwister Tom und Sonja aus Eschweiler waren vor über drei Wochen vom Spielen nicht nach Hause zurückgekehrt. Der elf Jahre alte Tom wurde einen Tag später erwürgt und mit einer Plastiktüte über dem Kopf an einem Parkplatz rund 15 Kilometer von zu Hause entfernt gefunden. Die neun Jahre alte Sonja wurde am 6. April erdrosselt auf einem Waldweg an der Autobahn A 1 bei Blankenheim entdeckt, rund 100 Kilometer von zu Hause entfernt. Die Täter waren in der vergangenen Woche nach einer Öffentlichkeitsfahndung in der Schweiz gefasst und nach Deutschland überstellt worden.

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