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ZEW-Konjunkturerwartungen Deutschland steigen im Juli überraschendDPA-Datum: 2004-07-20 13:35:57

(dpa-AFX) Mannheim - Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung in Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im Juli überraschend aufgehellt. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 47,4 Punkten im Vormonat auf 48,4 Punkte gestiegen. Von AFX News befragte Volkswirte hatten zuvor einen Rückgang auf 46,8 Punkte erwartet.

(dpa-AFX) Mannheim - Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung in Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im Juli überraschend aufgehellt. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 47,4 Punkten im Vormonat auf 48,4 Punkte gestiegen. Von AFX News befragte Volkswirte hatten zuvor einen Rückgang auf 46,8 Punkte erwartet.

Starke Exportnachfrage

Vor allem die starke Exportnachfrage ist nach Einschätzung des ZEW-Präsidenten, Wolfgang Franz, für den Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen verantwortlich. "Tatsächlich ist der Anstieg des Indikators wohl insbesondere auf die erneut sehr starke Exportnachfrage in Deutschland dank des kräftigen weltweiten Konjunkturaufschwungs zurückzuführen", sagte Franz am Dienstag in Mannheim.

"Auch die Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt könnte sich positiv ausgewirkt haben." Ohne eine deutliche Belebung der Binnennachfrage werde jedoch kein größerer Optimismus unter den Experten aufkommen. Zudem wirkten sich der hohe Ölpreis und der wieder schwächelnde US-Dollar belastend auf die Wirtschaft aus. Die aktuelle Konjunkturlage beurteilten die Experten im Juli wieder etwas positiver. Der entsprechende Indikator stieg vom minus 69,8 Punkte auf 69,3 Punkte.

Clement Erwartet Mehr ALS 1,5 Prozent Wachstum

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat die jüngsten Konjunktureinschätzungen positiv bewertet. Er erwarte nun, dass das Wachstum etwas besser ausfalle, als die von der Bundesregierung rechnerisch eingesetzten 1,5 Prozent, sagte Clement am Dienstag in Berlin.

Auch nach den besser als erwartet ausgefallenen ZEW-Konjunkturerwartungen im Juli erwarten die Experten der Commerzbank keine Beschleunigung des Wachstums des Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland. Zwar werde sich die Inlandsnachfrage allmählich beleben, gleichzeitig aber die Impulse aus dem Ausland etwas nachlassen, schreibt die Commerzbank in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Für die von der Commerzbank erwartete Wachstumrate von 2,0 Prozent in 2004 reiche aber ein BIP-Anstieg im Quartalsvergleich von 0,5 Prozent aus.

Höhepunkt DER Konjunkturentwicklung Überschritten

Die Fondsgesellschaft Invesco sieht den Höhepunkt der deutschen Konjunkturentwicklung bereits überschritten. Im entscheidenden Dreimonatsvergleich zeige der Indikator weiterhin nach unten, schreibt Invesco Chefvolkswirt Joerg Kraemer in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Invesco erwartet aufgrund der schwächeren Konjunktur erst Mitte 2005 eine Leitzinserhöhung durch die EZB.

In der Eurozone fielen die Konjunkturerwartungen um 1,3 Punkte auf 55,5 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbessert sich weiter von minus 45,0 Punkte auf minus 40,5 Punkte.

Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten (Juli: 288) und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wider.

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