ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar deutlich gestiegen – Großes Plus überrascht Volkswirte: Experten sehen deutsche Konjunktur optimistischer

ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar deutlich gestiegen – Großes Plus überrascht Volkswirte
Experten sehen deutsche Konjunktur optimistischer

Gute Konjunktur-Stimmung bei den Finanzmarkt-Experten: Analysten und institutionelle Anleger blicken im Februar deutlich optimistischer in die Zukunft als noch im Januar.

ost DÜSSELDORF. Der Konjunktur-Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kletterte deutlich - mit 50,2 Punkten liegt er 14,3 Punkte über dem Januar-Wert. Die aktuelle Konjunktur-Lage beurteilen die Befragten allerdings noch ein bisschen schlechter als im Januar. Das Plus bei den Konjunktur-Erwartungen hat die Volkswirte überrascht. "Mit einem Anstieg in dieser Höhe haben wir nicht gerechnet", kommentiert Gregor Beckmann, Volkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die ZEW-Zahlen deuteten darauf hin, dass die deutsche Industrie im vierten Quartal 2001 ihren Tiefpunkt erreicht habe.

Joachim Fels, Leiter der Europa-Abteilung bei Morgan Stanley in London, ist ein wenig skeptischer: Zwar bestätigten die ZEW-Ergebnisse die Prognose, dass Deutschland und die Euro-Zone im ersten Quartal zu positivem Wachstum zurückkehren werden. Aber Fels gießt etwas Wasser in den Wein: "Das Ausmaß des Anstiegs beim ZEW-Indikator ist nicht außergewöhnlich stark. Bei früheren Aufschwüngen war das Plus deutlicher."

Mit einer "selbsttragenden Erholung" rechnet Fels erst in der zweiten Jahreshälfte - wenn die Überkapazitäten in der Industrie verschwinden und daraufhin die Investitionen steigen sowie niedrigere Inflation die Kaufkraft der Privatleute stärke. "Was wir im Moment sehen, ist eine Korrektur des exzessiven Pessimismus nach den Terroranschlägen vom 11. September."

Immerhin deuten die ZEW-Ergebnisse aus Sicht der Volkswirte darauf hin, dass der wichtigere Ifo-Geschäftsklima-Index im Februar ebenfalls weiter zulegen dürfte. "Die Einschätzungen zur Geschäftslage können bei Ifo zwar noch weiter stagnieren, aber die Erwartungen dürften erneut steigen", meint Harald Jörg, Volkswirt bei der Dresdner Bank.

Das ZEW gibt nach den neuen Zahlen auch in Sachen "Double Dip" vorsichtige Entwarnung: Der Indikator gebe "keine Anzeichen" dafür, dass der Aufschwung nur eine Zwischenerholung sei und ein zweiter Konjunktur-Einbruch folge. Bankenvolkswirte halten diese Interpretation indessen für gewagt: "Ob es ein Double Dip geben wird, kann man jetzt noch nicht beurteilen", sagt Jörg. Sein Kollege Fels sieht das Double-Dip-Risiko vor allem in den USA - "darüber sagt der ZEW-Index nichts aus". Sicher sei allerdings: "Wenn es in den USA einen zweiten Abschwung geben sollte, dann wäre auch Europa betroffen."

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