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ZEW-Konjunkturerwartungen sinken in Deutschland überraschend deutlich

Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung in Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im August überraschend deutlich eingetrübt. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen um 3,1 Punkte auf 45,3 Punkte gesunken. Von AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt nur einen leichten Rückgang auf 48 Punkte erwartet.

dpa-afx MANNHEIM. Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung in Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im August überraschend deutlich eingetrübt. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen um 3,1 Punkte auf 45,3 Punkte gesunken. Von AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt nur einen leichten Rückgang auf 48 Punkte erwartet.

Trotz des Rückgangs gehen die Experten nach Einschätzung des Instituts aber weiterhin von einer moderaten Konjunkturerholung bis Anfang nächsten Jahres aus. Die aktuelle Konjunkturlage beurteilten die Experten im August erneut etwas positiver. Der entsprechende Indikator stieg vom minus 69,3 auf 65,2 Punkte. Allerdings dominierten im August die schlechten Konjunkturnachrichten.

Befürchtung: Dynamik DER Erholung Abschwächt

"Die Einschätzungen der Finanzanalysten gehen einher mit Befürchtungen, dass sich die Dynamik der Konjunkturerholung hierzulande abschwächt, weil die Unsicherheiten über die Entwicklung der Weltkonjunktur und des Ölpreises zugenommen haben", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Tatsächlich geben die jüngsten Konjunkturzahlen aus den USA dem ZEW zufolge Anlass zu der Befürchtung, dass sich die Weltwirtschaft und somit die bisher sehr starke Exportnachfrage in Deutschland abschwächen könnte. Zudem reduziere der hohe Ölpreis die Kaufkraft der Konsumenten und belaste die Binnennachfrage.

Der Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen ist nach Einschätzung der HVB Group auf schwache Aktienmärkte und hohe Ölpreise zurückzuführen. "Der jüngste Rückgang ist keine Überraschung (...) und kann auf eine einfache Formel zurückgeführt werden: Aktienpreise und Öl", schrieb Volkswirt Andreas Rees in einer Analyse.

Eurozone

In der Eurozone fielen die Konjunkturerwartungen um 3,5 Punkte auf 52,0 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbessert sich weiter von minus 40,5 Punkte auf minus 33,5 Punkte.

Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten (August: 291) und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wider.

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